Drei Aspekte des Sterbens

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 371 klicks

Während der heutigen Messe in Santa Marta stellte Papst Franziskus in seiner Predigt einige Überlegungen zum Thema Tod an und lud die Gläubigen dazu ein, Gott um drei Gnadengesuche zu bitten: In der Kirche zu sterben, mit Hoffnung zu sterben und nach dem Tod das Zeugnis eines christlichen Lebens zu hinterlassen. Ausgangspunkt für seine Überlegungen war die erste Lesung (1 Kön 2,1-4.10-12), die vom Tod Davids berichtet.

Der Pontifex unterstrich diesbezüglich drei Aspekte. Der erste Aspekt sei, dass David in den Armen seines Volkes gestorben sei. David sei ein Sünder gewesen, habe aber nie sein Volk verlassen.

„Er war ein Sünder, aber kein Verräter! Und das ist eine Gnade: bis zum Ende im Volk Gottes bleiben. Die Gnade haben, an der Brust der Kirche zu sterben, in den Armen des Volkes Gottes. Und das ist der erste Punkt, den ich unterstreichen möchte. Auch für uns die Gnade zu erbitten, zu Hause zu sterben. Zu Hause zu sterben, in der Kirche. Das ist eine Gnade! Das kann man nicht kaufen! Das ist ein Geschenk Gottes, und wir müssen darum bitten: ‚Herr, mach mir das Geschenk, zu Hause zu sterben, in der Kirche!‘ Sünder sind wir, ja, alle sind wir das! Aber keine Verräter! Nicht korrupt! Immer innerhalb! Und die Kirche ist eine Mutter, die uns auch so will, oft schmutzig, aber die Kirche reinigt uns: Sie ist eine Mutter!“

Der zweite Aspekt der Überlegungen des Papstes bezog sich darauf, dass David in Frieden sterbe, mit dem sicheren Gefühl, zu seinen Vätern zu gehen. Dies sei eine weitere Gnade, mit der Hoffnung sterben zu können, dass man „auf der anderen Seite“ erwartet werde.

„Die heilige Theresia vom Kinde Jesu sagte, dass in den letzten Momenten ihres Lebens in ihrer Seele ein Kampf stattgefunden habe, und als sie an die Zukunft gedacht habe, an das was sie nach dem Tod erwarte, im Himmel, habe sie eine Stimme gehört, die gesagt habe: ‚Aber nein, sei nicht dumm, dich erwartet die Dunkelheit. Dich erwartet nur die Dunkelheit des Nichts!‘ Das hat sie gesagt. Das ist die Stimme des Teufels, des Dämons, der nicht wollte, dass sie sich Gott anvertraute. In Hoffnung sterben und sich Gott anvertrauen! Um diese Gnade bitten. Aber sich Gott anzuvertrauen beginnt jetzt, in den kleinen Dingen des Lebens, auch bei großen Problemen: sich Gott anvertrauen! Und so gewöhnt man sich daran, sich Gott anzuvertrauen und die Hoffnung wächst. Zu Hause sterben, mit Hoffnung.“

Der dritte Aspekt der Überlegungen des Papstes ging auf das Erbe ein, das David hinterlassen habe. David hinterlasse ein starkes Volk. Papst Franziskus sagte, das beste Erbe sei dasjenige, von dem ein Sprichwort sage: Ein Mann solle in seinem Leben ein Kind zeugen, einen Baum pflanzen und ein Buch schreiben. David sage seinem Sohn, er solle dem Recht des Herrn folgen und seinen Wegen folgen.

„Das ist das Erbe: Das ist unser Zeugnis als Christen, dass wir den anderen hinterlassen. Und einige von uns hinterlassen ein großes Erbe: Denken wir an die Heiligen, die das Evangelium mit großer Kraftanstrengung gelebt haben, die uns einen Lebensweg hinterlassen und eine Art zu leben. Das sind die drei Dinge, die mir bei diesem Stück der heutigen Lesung über den Tod Davids am Herzen liegen: die Gnade erbitten, zu Hause zu sterben, in der Kirche, die Gnade erbitten, in Hoffnung zu sterben, mit Hoffnung und die Gnade erbitten, ein gutes Erbe zu hinterlassen, ein menschliches Erbe, das aus unserem christlichen Leben besteht. Möge der heilige David uns allen diese drei Gnaden zuteilwerden lassen!“