Drei Forderungen des Heiligen Stuhls zur weltweiten Armutsbekämpfung

Ansprache von Erzbischof Celestino Migliore an die Mitglieder des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen

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ROM, 14. Februar 2006 (ZENIT.org).- Erzbischof Celestino Migliore, ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York, hat die Mitglieder des Wirtschafts- und Sozialrates der UNO (\"Economic and Social Council\", ECOSOC) dazu aufgefordert, den Kampf gegen die Armut zu verstärken. Konkret rief er zur Umsetzung von drei konkreten Maßnahmen auf: \"die Verbesserung der Handelsbeziehungen, die Verdoppelung der Entwicklungshilfe und die Ermöglichung eines umfassenden Schuldenerlasses\".



In seiner Ansprache während der 44. Sitzung des Wirtschafts- und Sozialrates (ECOSOC) der Vereinten Nationen, bei der man sich mit den Ergebnissen der Armutsbekämpfung in den Jahren 1997 bis 2006 befasst hatte, bekräftigte der offizielle Repräsentant des Papstes in New York den Willen des Heiligen Stuhls, die Millenniumsziele zu erreichen. Durch sie soll die Armut bis zum Jahre 2015 weltweit um die Hälfte reduziert werden.

Erzbischof Migliore erklärte, dass der Prozentsatz der Weltbevölkerung, die in extremer Armut leben muss, in den Jahren 1981 bis 2001 zwar von 40 Prozent auf 21 Prozent gesunken sei, dass aber nach wie vor in zu vielen Ländern \"ein überaus hohes Niveau von Armut\" festgestellt werden könne. In Schwarzafrika etwa sei es \"in den neunziger Jahren zu keiner nennenswerten Verringerung der Armut\" gekommen. \"Wenn dieser Trend anhält, werden nur acht afrikanische Nationen ihren Zustand äußerster Armut bis zum Jahr 2015 halbiert haben.\" Während die weltweite Armut prozentuell zurückgegangen sei, habe sich die Zahl jener Afrikaner verdoppelt, \"die mit weniger als einem Dollar auskommen müssen: Sie stieg von 165 auf 315 Millionen\", berichtete der Erzbischof.

Unter Verweis auf die Erfahrungen, die insbesondere im asiatischen Raum gemacht worden waren, betonte der Vertreter des Heiligen Stuhls, dass ohne Wirtschaftswachstum keine wesentlichen Fortschritte bei der Armutsbekämpfung erzielt werden könnten. Deshalb forderte er dazu auf, \"die Verantwortlichen dieser Länder zu ermutigen und sie zu unterstützen, politische Strategien anzuwenden, die ihren Nationen zu einer Wachstumsrate verhelfen können, die viel höher ist als jene, die seit dem Jahr 2000 erreicht werden konnte\".