Drei Ordensschwestern arbeiten mit behinderten Kindern in Kabul (Afghanistan)

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KABUL, 21. Juni 2006 (ZENIT.org).- Seit mittlerweile dreieinhalb Jahren nehmen sich drei katholische Ordensschwestern in der afghanischen Hauptstadt Kabul geistig behinderter Kinder an.



Sie stammen aus Pakistan und Polen, und arbeiten für die Association for Kabul Children ("Vereinigung für Kinder in Kabul"), die als Antwort auf den Aufruf von Papst Johannes Paul II., die Kinder Afghanistans zu retten, gegründet wurde.

Franziskanerin Ela aus Polen erläuterte gegenüber "AsiaNews", dass ihre Hilfe in erster Linie humanitärer Natur sei. Jeden Morgen erwarteten sie und zwei weitere Schwestern – zwei dominikanische Missionarinnen der heiligen Katharina – sieben Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren.

Die Kinder hätten unterschiedliche Probleme, so die Ordensschwester. Das Tagesprogramm beginne zunächst mit Spielen und gehe dann in Therapie über. Die Fortgeschritteneren lernten, einige Buchstaben zu schreiben, und die anderen, wie man zur Toilette geht oder selbständig isst. Einige bräuchten Physiotherapie, um Grundbewegungen zu erlernen. Die Schwestern betreuten auch die Familien der Kinder, die nicht genau wüssten, wie sie mit dem Leid der Kinder umgehen sollten.

In Afghanistan werde die Familie als Institution sehr geachtet, so dass sehr selten verlassene Kinder anzutreffen seien. Jene Kinder, die man in den Straßen betteln sähe, täten die für gewöhnlich für ihre Geschwister.

Die drei Ordensschwestern erhalten in der Besorgung der alltäglichen Notwendigkeiten Unterstützung von der einheimischen Bevölkerung.

Das Leben in Afghanistan beschrieb Schwester Ela als friedlich. Ihre Nachbarn wüssten um ihre Religion und achteten diese. Während der letzten Unruhen in Kabul seien die Schwestern von Einheimischen für ein paar Tage herzlich aufgenommen worden. "Viel wichtiger ist aber, dass viele Menschen für unsere Arbeit dankbar sind. Unser Zentrum ist das einzige in der gesamten Stadt, das mit geistig behinderten Kindern arbeitet. Das ist ein großes Problem, und es wird mehr Geld benötigt."

Die Vereinigung für Kinder in Kabul besitze einen Plan zur Ausweitung ihres Dienstes, sagte die Ordensschwester, "aber im Moment bleiben wir mit unseren Füßen auf dem Boden. Wir überleben dank Spenden und können keine großen Pläne verwirklichen."