Dreikönigstag - Christus segne dieses Haus

Ankunft der Weisen aus dem Morgenland

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Von Britta Dörre

ROM, 6. Januar 2012 (ZENIT.org). - Heute, am 6. Januar, feiert man den „Dreikönigstag“, auch „Epiphanie“ genannt. „Epiphanie“ leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet  „Sichtbarwerdung, Erscheinung“. Im christlichen Glauben beschreibt die Epiphanie die wundersame Erscheinung des Sterns, der die Drei Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem geleitete und zu Jesus führte ( Mt. 2,1-12).

Im biblischen Text ist von Weisen oder Sterndeutern die Rede. Vor allem im Zusammenhang mit Ps 72,10 und Jes 60,3 werden die Weisen dann unter anderem von den Kirchenvätern als Könige gedeutet. Die Gaben, die sie dem Jesuskind bei ihrer Ankunft darreichen, sind Weihrauch, Gold und Myrrhe. Diese Geschenke haben eine symbolische Bedeutung. Gold, das gewöhnlich Melchior bringt, ist ein überaus kostbares Geschenk, das eines Königs würdig ist. Der Weihrauch, die Gabe des Balthasar, hingegen wird in liturgischen Handlungen verwendet und deutet auf die Göttlichkeit der beschenkten Person hin. Die Myrrhe schließlich ist ein in der Heilkunst und zum Einbalsamieren von Toten benutztes Mittel, das auf den Tod und die Auferstehung Christi verweist, und wird von Caspar überreicht.

Die Ankunft der Weisen in Bethlehem, die Anbetung des Jesuskindes und die Darreichung der Gaben sind seit frühchristlicher Zeit häufig Gegenstand bildlicher Darstellungen. Ein bekanntes Beispiel findet sich in Sant'Apollinare Nuovo in Ravenna. Das Mosaik aus dem 6. Jahrhundert zeigt die drei Könige mit den Gaben in den Händen zu Maria mit dem Jesuskind schreitend. Oberhalb ihrer Häupter ist jeweils eine Beschriftung mit dem jeweiligen Namen angebracht: Balthasar, Melchior und Caspar. Sie tragen orientalische Tracht und phrygische Mützen. Man kann deutlich erkennen, dass sie drei unterschiedlichen Altersstufen angehören.

Die Darstellung der heiligen drei Könige als Versinnbildlichung der drei Lebensalter oder auch der drei damals bekannten Kontinente, nämlich Europa, Afrika und Asien, ist vor allem ab dem Frühmittelalter anzutreffen. Ein Beispiel ist der Dreikönigsaltar (1495, Prado, Madrid) von Hieronymus Bosch, der die Adorationsszene in eine nördliche Landschaft verlagert und zwischen den unterschiedlichen Nationalitäten der drei Weisen unterscheidet: Caspar, der Jüngste, repräsentiert Afrika, Balthasar Asien und Melchior Europa.

Ab dem 13. Jahrhundert wird die Anbetungsszene immer reicher ausgestaltet. Die drei Weisen werden nun von einer Karawane mit Kamelen und zahlreichen Personen begleitet. Ein anschauliches Beispiel dafür gibt das in den Uffizien, Florenz aufbewahrte Triptychon von Andrea Mantegna aus dem Jahr 1460, der die Ankunft der drei Weisen mit großer Erzählfreude reich ausgestaltet.

Die Reliquien der drei Weisen befinden sich im Kölner Dom im Dreikönigsschrein. Im Jahr 1164 überführte Kaiser Barbarossa die Gebeine aus Mailand nach Köln und übergab sie dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel. Der Legende nach stammten die Reliquien ursprünglich aus Palästina. Von dort hatte sie Helena, die Mutter von Kaiser Konstantins, nach Konstantinopel verbracht. Kaiser Konstantin schenkte die Reliquien anschließend Bischof Eustorgius von Mailand.

Im Volksbrauchtum hat sich am Dreikönigstag die Tradition der Sternsinger eingebürgert. Kinder  verkleiden sich als heilige drei Könige, ziehen singend von Haus zu Haus, und auch in diesem Jahr werden sie wieder den Segensspruch „Christus mansionem benedicat“am Eingang hinterlassen:

20+C+M+B+12 : Christus, segne dieses Haus.