Dringlicher Appell des Papstes an die G8-Staaten

Solidarität mit den Ärmsten der Welt

| 969 klicks

ROM, 7. Juli 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. richtete nach dem gestrigen Angelusgebet einen dringlichen Appell zur Solidarität an die Mächtigen der Welt, die anlässlich des G8- Gipfeltreffens in Japan versammelt sind.



Die Staats- und Regierungschef der G8-Staaten (Vereinigte Staaten von Amerika, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und Russland) tagen seit heute bis zum 9. Juli in Hokkaido-Toyako. Auf dem Programm des Gipfels, an dem auch zahlreiche Gäste unter anderem aus Afrika und Asien erwartet werden, stehen vor allem die Fragen der Entwicklung und des Klimawandels.

In diesen Tagen, so rief Benedikt XVI. den Pilgern in Castel Gandolfo ins Gedächtnis, hätten sich mehrere Stimmen erhoben – darunter jene der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der beteiligten Ländern –, um darum zu bitten, die während der vergangenen G8-Gipfeltreffen übernommenen Verpflichtungen zu verwirklichen. Zudem sollten alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die Geißeln von extremer Armut, Hunger, Krankheiten und Analphabetismus zu überwinden (vgl. ZENIT-Bericht bzw. Bischöflicher Appell an die Staats- und Regierunsgchefs der G8-Staaten).

Der Heilige Vater betonte, dass er sich diesem Aufruf zur Solidarität anschließe, und forderte die Gipfelteilnehmer dazu auf, in den Mittelpunkt ihrer Entscheidungen die Bedürfnisse der schwächsten und ärmsten Völker zu setzen. Deren Verwundbarkeit sei heute aufgrund der Spekulationen und Turbolenzen in der Finanzwirtschaft sowie deren Auswirkungen auf die Lebensmittel- und Energiepreise größer geworden.

Benedikt XVI. brachte schließlich den Wunsch zum Ausdruck, dass Großherzigkeit und Weitsicht zu geeigneten Entscheidungen führen mögen, um einen gerechten Prozess ganzheitlicher Entwicklung zur Wahrung der Würde des Menschen neu in Gang zu setzen.