Dritter Marsch für das Leben in Rom am 12. Mai

Vorträge und Treffen am Vortag im Päpstlichen Athenäum Regina Apostolorum

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 710 klicks

Am 12. Mai 2013 wird in Rom zum dritten Mal der Marsch für das Leben stattfinden. Zur Teilnahme rufen viele italienische und europäische Organisationen auf, darunter auch die Aktion SOS LEBEN [ZENIT berichtete].

An dem Marsch hatten 2012 je nach Angabe 15.000-20.000 Menschen teilgenommen.

Im Zusammenhang mit den diesjährigen Marsch hat aus dem Vatikan Raymond Kardinal Burke, der Präfekt der Apostolischen Signatur, in einem Appell die europäischen Bischöfe aufgefordert, in ihren Ländern am jeweiligen Marsch für das Leben teilzunehmen und sich damit persönlich gegen die Tötung ungeborener Kinder und für die Verteidigung des Lebens einzusetzen, ohne auf Beschlüsse der jeweiligen Bischofskonferenzen zu warten. Aufgrund der Arbeitsweise der Konferenzen könne es Jahre dauern, bis hier Beschlüsse gefasst würden, die außerdem nicht von der persönlichen Verantwortung des einzelnen Bischofs entbinde.

Die Veranstalter führen aus, die Angriffe auf unschuldige Menschenleben seien häufiger geworden, und neue Werkzeuge des Todes bedrohten das Überleben des Menschen: RU486, Ellaone, die Pille danach und so weiter. Sie erläutern:

„Seit über dreißig Jahren regelt ein italienisches Landesgesetz (194/1978) die absichtliche Tötung von Unschuldigen im Mutterleib, und die Zahl der Toten geht in die Millionen.

Der Marsch habe folgende Ziele:

- Bekräftigung der Heiligkeit des menschlichen Lebens und damit seine absolute Unverletzlichkeit von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod ohne Ausnahme, ohne Bedingungen und ohne Kompromisse;

- Kampf gegen Handlungen, die auf die Tötung unschuldigen menschlichen Lebens abzielen oder seine bedingungslose und unveräußerliche Würde beschädigen.“

Rom sei das Zentrum des Christentums und der politischen Macht in Italien. Auf den Straßen der Hauptstadt fänden gerade auch in jüngster Zeit zahlreiche blasphemische und sittenlose Paraden statt.

„Unser Marsch will stattdessen den Wert des universellen Rechts auf Leben und den Primat des gemeinsamen Guten über das Böse und den Egoismus bekräftigen“, so die Veranstalter.

Es ergeht folgender Aufruf:

„- Rufen Sie alle Menschen guten Willens zusammen, um das Recht auf Leben als das erste der nicht verhandelbaren Prinzipien zu verteidigen, in das Herz und in das Recht eines jeden Menschen und der Katholiken eingeschrieben, auch aufgrund des gemeinsamen Glaubens an Gott den Schöpfer;

- Fordern Sie jeden Verteidiger des Lebens auf, auf jede politische und kulturelle Regelung und mediale Manipulationen, die gegen das natürliche Gesetz gerichtet sind, zu reagieren. Und wenn es politisch unmöglich ist, diese Gesetze aus Mangel ausreichender Unterstützung der Bevölkerung abzuschaffen, verpflichten Sie sich, die inhärente Ungerechtigkeit öffentlich anzuprangern, da solche Gesetze für das Gewissen des Einzelnen nicht bindend sind.“

Die Initiative weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um einen „Marsch“ und nicht um eine religiöse Prozession handelt und als solcher auch offen ist für Nicht-Gläubige und alle Pro-Life-Gruppen.

Am Tag vor dem Marsch, am 11 Mai, ist am „Päpstlichen Athenäum Regina Apostolorum“ ein Treffen vorgesehen, zu dem bereits bekannte Persönlichkeiten aus der italienischen Pro-Life-Welt zugesagt haben.

Es beginnt am Vortag mit einer Eucharistischen Anbetung von 20.30 Uhr – 22.30 Uhr in der Basilica dei SS.Apostoli (piazza SS. Apostoli).

Es steht unter dem Thema „Mediziner bis in die Wurzeln: der gute Arzt bei ethisch sensiblen Fällen“ Am Vormittag sprechen unter anderem Prof. Filippo Boscia, Präsident der AMSI (Vereinigung katholischer Mediziner Italiens), der ein Grußwort entrichten wird. Unter den Vortragenden sind Spezialisten für Psychotherapie, Andrologie, Psychiatrie und Universitätsprofessoren aus Italien wie Prof. Gonzalo Miranda LC, Prof. Antonella Bertozzi, Prof. Elena Giacchi, Prof. Tonino Cantelmi, Prof. Giuseppe Noia, Dr. Carlo Bellini, Dr. Antonio Oriente, Dr. Cristina Del Poggetto und Dr. Cinzia Baccaglini. Eine „Lecio Magistralis“ wird von Kardinal Carlo Caffarra gehalten werden.

Unter den diskutierten Themen sind: „Die Tugend des Arztes“, Problematiken um Unfruchtbarkeit, der Beginn des Lebens und die Gewissensfreiheit des Arztes, Post-Abortives Syndrom, Schmerzempfinden des Embryos und „Das rettende Gespräch“.

Während des Nachmittag-Kolloquiums, das von Kardinal Giampaolo Crepaldi eröffnet werden wird, sprechen Enrico Masini, Massimo Gandolfini, Sabrina Paluzzi und Gianfranco Amato.

Themen werden die Gruppe „Papst Johannes XXIII“ im Dienst des ungeborenen Lebens, der behinderte Fötus und der anthropologische Status des Menschen sein, mit besonderer Berücksichtigung des Beitrages der Neurowissenschaften.

Auch Repräsentanten von Pro-Life Bewegungen aus anderen Ländern rund um die Welt werden ein Grußwort sprechen. Zum Abschluss werden einige berühmte Persönlichkeiten vorgestellt, die sich im Lebensschutz engagiert haben. Während der Nachmittagsitzung wird gleichzeitig in der Aula der Universität ein Jugendprogram zum Thema „Die Jugendlichen, das affektive Leben und die Sexualmoral der Kirche“ stattfinden. An einem Tischgespräch mit Costanza Miriano, Serena Taccari, Roberto Marchesini und Alessandra Pelagatti werden verschiedene Fragen diskutiert. Danach wird der Film „October baby“ gezeigt.

Termine für Pro-Life-Märsche 2013 im deutschen Sprachraum:

1000 Kreuze Marsch für das Leben in München am 11. Mai 2013
Gebetszug 300 kleine Europäer jede Stunde in Straßburg am 12. Juni 2013
Gebetszug 1000 Kreuze für das Leben in Salzburg am 25. Juli 2013
1000 Kreuze Marsch für das Leben in Fulda am 24. August 2013
Marsch für’s Läbe in Zürich am 13. September 2013
Marsch für das Leben in Berlin am 21. September 2013 (einen Tag vor der Bundestagswahl)