Durch die Brille der Tränen sehen wir Christus

Papst Franziskus zelebriert Messe in der Kirche Santa Marta für die Vatikanische Gendarmerie

Rom, (ZENIT.org) Luca Marcolivio | 1136 klicks

Am Ostermontag hat Papst Franziskus seine hl. Messe in der Kirche Santa Marta unter Teilnahme der vatikanische Gendarmerie zelebriert. In seiner Predigt legte der Papst das Tagesevangelium aus, das von der Begegnung der Büßerin Maria Magdalenas mit Jesus handelt, die mit ihrem Haar Jesus die Füße getrocknet hatte.

Maria Magdalena sei emblematisch für die „ausgebeutete und sogar verachtete Frau, bevor Jesus,„den sie sehr liebte“, ihr alle ihre Sünden vergeben hatte.

Das neue Objekt der Liebe dieser büßenden Sünderin sei Christus selber, dessen Tod in ihr Erschütterung ausgelöst habe, „wie ein Versagen all ihrer Hoffnungen“. Obwohl sie in Tränen ausbreche, wie es normal für jemanden sei, der einen Rückschlag erleide, gestehe sich Maria Magdalena trotzdem nicht ein: „Ich habe auf meinem Weg versagt“, sondern sie beschränke sich auf das Weinen.

„Manchmal in unserem Leben ist die Brille, mit der wir Jesus sehen können, die Tränen“, so der Papst. Gerade durch ihre Tränen vermittle Maria Magdalena die Botschaft: „Ich habe den Herrn gesehen.“

Der Schmerz dieser Frau, der ihr Leben durch ihre persönliche Begegnung mit Christus völlig verändert habe, sei der Schmerz aller in ihren „dunkelsten Momenten.“

Es sei also hilfreich, sich zu fragen: „Haben wir dieses Gut der Tränen bekommen, die unsere Augen darauf vorbereiten, den Herrn zu sehen?“

Man könne aus vielen Gründen weinen: „Wegen des Guten, wegen unserer Sünden, wegen einer Gnade oder aus Freude“. Man könne wie Maria Magdalena den Herrn um die „wunderbare Gnade“ der Tränen bitten, „um uns auf seine Schau vorzubereiten.“

Den Herrn zu schauen, bedeute nicht, ihn mit den Augen zu sehen, sondern mit dem Inneren „unseres Herzen“, erläuterte der Heilige Vater. Nur so könne man mit seinem Leben Zeugnis geben, indem man sage: „Ich lebe so, weil ich den Herrn gesehen habe.“