"Durch Gottes- und Nächstenliebe schmilzt das Eis des Egoismus"

Erzbischof Zollitsch predigt bei Libori-Festwoche in Paderborn

Bonn, (DBK PM) | 355 klicks

Zu einem stärkeren Einsatz für eine lebenswerte Gesellschaft hat heute der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, aufgerufen. Anlässlich der Libori-Festwoche in Paderborn predigte Erzbischof Zollitsch in einer Festmesse am „Tag der Frauen“. Die Gesellschaft brauche Christen, „die unserer Zeit zeigen und bezeugen, dass aus der Liebe zu Gott die Liebe zu den Mitmenschen erwächst; dass durch Gottes- und Nächstenliebe das Eis des Egoismus schmilzt.“ 

Erzbischof Zollitsch würdigte das soziale Engagement und den ehrenamtlichen Einsatz der Frauen in der Kirche. Wie oft seien die Frauen Vorbilder für die Männer, wenn es „ um Kreativität, Fürsorge und Dynamik im Geist des Evangeliums“ gehe. Die Verbände INVIA und die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) bezeichnete Zollitsch als „wichtige Trainingslager gelebten Glaubens, lebendiger Hoffnung und dienender Liebe. Viele bringen sich mit ihrem Charisma und ihren Fähigkeiten ein.“ Gerade deshalb gelte es dem besonderen Engagement von Frauen Dank zu sagen. 

Durch die Arbeit der Frauen und Frauenverbände werde ein „wichtiges Zeichen der Nächstenliebe und Menschlichkeit in einer Gesellschaft gesetzt, deren unterschiedliche Lebensbereiche weit mehr vom ‚Verdienen‘, denn vom ‚Dienen-Wollen‘ geprägt sind. Statt in Stille für Andere da zu sein, geht es uns allzu oft darum, uns selbst zu produzieren und uns hervorzutun“, sagte Erzbischof Zollitsch. Viel zu wenig würde die Arbeit von Frauen in der Öffentlichkeit gewürdigt. „Ich denke an diejenigen, die jungen Menschen helfen bei einem guten Start ins Arbeitsleben, oder an all die, die Angehörige pflegen oder sich um hilfsbedürftige Nachbarn kümmern; die sich in Beruf und Freizeit gewissenhaft und zuverlässig für Andere einsetzen, ohne dass die Öffentlichkeit oder gar die Medien davon Notiz nehmen. Von ihnen lebt unsere Gesellschaft. Und es zeigt: Von unser aller Tun und Engagement ist die Zukunft unseres Lebens und Zusammenlebens abhängig.“ 

Mit dem heiligen Liborius und insbesondere durch die Botschaft Jesu werde deutlich, worum es Christen in dieser Gesellschaft gehen müsse: „Unser Glaube nimmt uns in die Pflicht, uns das Programm der dienenden Liebe zu Herzen zu nehmen. Jesus ermutigt uns, umzudenken; er will uns zur Besinnung bringen, zum wahren Sinn des Lebens führen; er lädt uns ein, barmherzig zu sein; er lebt uns vor, was es heißt, Gutes zu tun, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.“ 

Hinweise:

Die Predigt von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch anlässlich des Libori-Festes steht zum Herunterladen unter www.dbk.de bereit. Informationen rund um das Libori-Fest im Erzbistum Paderborn finden Sie unterwww.erzbistum-paderborn.de.