Eberhard III. von Nellenburg (um 1018-1078)

Klostergründer, Mönch und Seliger

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 266 klicks

Eberhard III. von Nellenburg wurde um 1018 geboren, wie aus zeitgenössischen Annalen hervorgeht. Er war ein Sohn Ebbos von Nellenburg. Eberhard verlor seinen Vater, als er noch ein Jüngling war, und er war der einzige lebende männliche Nachfahre seiner Familie. Nachdem er von dem Hofkaplan Liutbald eine gründliche Ausbildung erhalten hatte, heiratete er Ita, die wohl aus dem Geschlecht der Grafen von Kirchberg stammte. Die beiden Eheleute zeichneten sich durch einen von großer Frömmigkeit geprägten Lebensstil aus.

Auf Eberhard, Landgraf im Zürichgau, gehen zahlreiche kirchliche Stiftungen zurück. 1044 gründete er in der Nähe von Sponheim ein Benediktinerkloster und in der Nähe von Kreuznach das Nonnenkloster Schwabenheim, in dem seine Mutter Haduwig bis zu deren Tod lebte. Auf der Insel Reichenau stiftete Eberhard die Kirche St. Maria und Laurenz, die als Familiengrabstätte diente.

Zu den wichtigsten Stiftungen Eberhards zählt das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen. Da Eberhard große Zweifel gehegt hatte, einen geeigneten Ort für das neue Kloster zu finden, war er nach Rom gepilgert. Nach seiner Rückkehr begann er 1049/1050 mit den Baumaßnahmen in Schaffhausen. Als Baumeister wird Hofkaplan Luitbald, Eberhards ehemaliger Lehrer, überliefert. Papst Leo IX., ein Verwandter Eberhards, weihte die Kirche am 22. November 1049. Die Arbeiten der gesamten Anlage waren 1064 abgeschlossen. Das Kloster wurde dem heiligen Salvator, dem heiligen Kreuz, der Gottesmutter Maria und allen Heiligen geweiht.

Im Anschluss an Fertigstellung der Stiftung unternahmen Eberhard und Ita eine zweite Romreise sowie eine Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela. Nachdem die beiden von der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela zurückgekehrt waren, wandten sie sich immer mehr dem religiösen Leben zu. Um 1072 zog sich Eberhard schließlich in das Kloster Allerheiligen zurück, um dort sein Leben als einfacher Mönch zu beschließen. Es heißt: er „ging von der Freiheit in das Gefängnis, machte sich zum Knechte, wo er Herr war und wurde ein Mönch in dem Kloster, welches er selber gestiftet, in aller Demut seinem Abte gehorsam und untertan.” Seine Frau Ita hingegen lebte im Agneskloster in Schaffhausen.

Eberhard III. starb am 25. März 1078 in Allerheiligen.