Echte zwischenmenschliche Kommunikation lebt von der Offenheit für Sinnfragen

Erzbischof Claudio Celli beim Meidenkongress in Toronto

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TORONTO, 30. Mai 2008 (ZENIT.org).- Antworten auf die Suche des Menschen nach Gott zu liefern, das sei die Berufung von Katholiken in den Medien, erklärte Erzbischof Claudio Celli, Präsident des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel beim Treffen von katholischen Medienfachleuten in Toronto, Kanada (Catholic Media Convention 2008). Das Motto der dreitägigen Tagung, die heute, Freitag, zu Ende gehen wird, lautet: „Verkündet es von den Dächern".

 Rund 500 Vertreter aus der Medienbranche sind zusammengekommen, um sich geistig, beruflich und auch in wirtschaftlicher Hinsicht weiterzubilden.

„Ich bin davon überzeugt, dass es im menschlichen Herzen eine tiefe Sehnsucht nach Gott gibt, etwas, was ich gerne eine ‚Nostalgie für Gott' nenne“, betonte Erzbischof Celli in seinem Vortrag. „Dieses Gefühl wird in den meisten Menschen sofort geweckt, wenn sie mit der Realität ihrer eigenen Einsamkeit konfrontiert werden.“

Gerade in Augenblicken der Einsamkeit könne der Mensch nicht verhindern, „dass ihm Gedanken zu den ultimativen Fragen von Leben und Tod kommen, Fragen über den Sinn und Zweck seiner persönlichen Existenz. Vielleicht kommt es gerade deshalb dazu, dass sich so viele Menschen darum bemühen, diese Zeiten der Einsamkeit zu vermeiden; vielleicht sind sie deshalb versucht, sich in der Welt der ununterbrochenen Kommunikation und einer ewigen Geschäftigkeit zu verlieren.“

Aus den Tiefen der Einsamkeit steige die Frage „nach dem Wesen der eigenen Existenz“ auf, bekräftigte Erzbischof Celli. Wer sich diesen Fragen stelle, steige in die geheimnisvollen Tiefen seiner Existenz hinab.

Solchen grundlegenden Fragen auszuweichen, habe negative Konsequenzen für „authentische menschliche Beziehungen", warnte der Kurienerzbischof. Und in diesem Sinn machte er darauf aufmerksam, „dass echte zwischenmenschliche Kommunikation (…) die Offenheit für diese grundlegende Sehnsucht“ voraussetze.

Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel wies nachdrücklich darauf hin, dass die kulturellen Veränderungen „eine tiefe Reflexion und innovatives Denken“ notwendig machten, „damit wir die Frohbotschaft der ganzen Menschheit ... besser kommunizieren können. Unsere Botschaft ist immer dieselbe: Jesus von Nazareth. Er muss immer im Mittelpunkt unserer Verkündigung stehen. Gerade weil wir ihn einer sich ständig verändernden Welt kommunizieren, muss auch seine Botschaft ständig neu formuliert und an den jeweiligen Augenblick beziehungsweise die jeweiligen Umstände angepasst werden.“