Ecuadorianischer Präsident kritisiert Gender-Ideologie

Neben aggressiver Kritik auch Beifall für die Äußerungen von Rafael Correa

Rom, (ZENIT.org) Iván de Vargas | 256 klicks

Der spanische Verein „Profesionales por la Ética“ („Berufstätige für Ethik“) startete gemeinsam mit anderen Organisationen aus insgesamt 20 verschiedenen Ländern eine Kampagne zur Unterstützung des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa, der mit seinen „festen und mutigen Worten“ am vergangenen 28. Dezember vor der Gefahr einer Ausbreitung der Gender-Ideologie gewarnt hatte.

Die Leiterin der Abteilung für internationale Fragen von „Profesionales por la Ética“, Leonor Tamayo, erklärte: „Trotz seiner sozialistischen Militanz und seiner fragwürdigen und umstrittenen Stellungnahme zu anderen Themen hat Correa bewiesen, dass das Recht aller auf Leben, die geschlechtliche Identität jedes Einzelnen und die natürliche Familie keine Themen sind, die einer bestimmten politischen Richtung angehören, sondern schlicht und einfach in den Bereich des gesunden Menschenverstands und der natürlichen Tatsachen fallen.“

Tamayo wies darauf hin, dass trotz der zahlreichen und oft recht aggressiven Kritiken, die die Äußerungen von Präsident Correa nach sich gezogen haben, nicht weniger als 49 Vereine und Organisationen aus 20 verschiedenen Ländern der Welt ihm zu seinem Mut gratuliert haben. Diese Vereine drückten immerhin die Gefühle von weltweit Millionen von Menschen aus.

„Die meisten Menschen haben in ihrem Leben und in ihren Gesellschaften den Wert und die Bedeutung des Lebens und der natürlichen Familie selbst erfahren“, betonte die Leiterin der spanischen Organisation.

Vor gut einem Monat hatte der ecuadorianische Staatspräsident in seiner wöchentlichen Fernseh- und Radioansprache die Gender-Ideologie kritisiert. Dabei hatte Correa behauptet, er respektiere die Meinungen derer, die diese Theorie verträten, doch werfe er ihnen vor, „ihren Glauben auch allen anderen Menschen aufzwingen“ zu wollen.

„Dass niemand von Natur aus Mann oder Frau sein soll, dass nicht das biologische Geschlecht bestimmt, ob jemand Mann oder Frau wird, sondern die ‚gesellschaftlichen Umstände‘, und dass jeder ein ‚Recht‘ darauf haben soll, frei zu wählen, ob er Mann oder Frau sein will… Kommt schon! Das hält doch nicht der geringsten Prüfung stand!“, so die Worte des ecuadorianischen Staatschefs.

„Das sind keine Theorien, das ist reine Ideologie, und in den meisten Fällen dient sie dazu, den Lebensstil derer zu rechtfertigen, die solche Ideen vertreten. Wir respektieren ihre Meinungsfreiheit, aber wir teilen solche barbarischen Ansichten nicht“, sagte Correa weiter.

Er warnte auch davor, dass diese Ideologie, die er als „sehr gefährlich“ einstufte, in vielen Schulen Fuß fasse. „Sie dürfen auch nicht versuchen, ihre Ideen den anderen aufzuzwingen, und vor allem dürfen sie sie nicht den Kindern lehren. Denn es gibt tatsächlich Leute, die versuchen, solche Dinge unserer Jugend beizubringen.“ Correa erklärte auch, er bekenne sich zur natürlichen Familie, auf die Gefahr hin, als „rückständig“ und „konservativ“ beurteilt zu werden.

„Ich glaube an die Familie, und ich glaube, dass diese Gender-Ideologie, diese neuen Ideen das herkömmliche Familienmodell bedrohen, das immer noch das Fundament unserer Gesellschaft bildet und, wie ich meine, auch in Zukunft weiterhin bilden wird.“

Zuletzt wies Präsident Correa darauf hin, dass die Tatsache, dass jemand politisch links ausgerichtet sei, nicht automatisch bedeute, dass er für Abtreibung oder gegen das traditionelle Familienmodell sei. „Das ist auch so eine neue Mode: Wer sich nicht diesen Dingen verschreibt, gilt nicht als Linker“, bemerkte der Präsident.

„Was soll diese Masche, dass jemand, der Abtreibungen nicht befürwortet, nicht links sein kann? War etwa Pinochet ein Linker, weil er Abtreibungen erlaubt hat? Und wenn Che Guevara gegen Abtreibung war, ist er deshalb ein Rechter gewesen? Diese Fragen betreffen die Moral, nicht die politische Ideologie“, schloss Correa seine Rede.

Während in Ecuador der Staatspräsident vor der Gefahr der Gender-Ideologie warnt, schickt das Europaparlament sich an, über den „Lunacek-Bericht“ abzustimmen, der nach der österreichischen Abgeordneten Ulrike Lunacek benannt ist. Dieser Bericht wurde im vergangenen November dem Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres des europäischen Parlaments vorgelegt, der ihn am 17. Dezember zuließ und den Abgeordneten zur Diskussion vorlegte.

Seinem Titel nach gibt dieser Bericht vor, einen „EU-Fahrplan zur Bekämpfung von Homophobie und Diskriminierung aus Gründen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität“ festlegen zu wollen. Er spricht sich für eine Null-Toleranz-Politik gegen die sogenannten Hassdelikte aus, wozu alle verbalen und körperlichen Angriffe auf Homosexuelle gerechnet werden.

Die wichtigsten Vorschläge des Lunacek-Berichts bestehen darin, die Gründung einer gemeinsamen Politik für die Rechte der „LGTB“-Gemeinde (Lesben, Schwule, Transsexuelle und Bisexuelle) zu befürworten und der EU-Kommission nahezulegen, sie solle so weit wie möglich ihren Einfluss geltend machen, um die Mitgliedsstaaten dazu zu bewegen, sich an die EU-Richtlinien zur Bekämpfung der Diskriminierung aus Gründen der sexuellen Orientierung zu halten.