Ehe und Familie Liebe miteinander leben

Gegen problematische Relativierung des christlichen Ehe-und Familienbildes

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BONN, 13. Januar 2012 (ZENIT.org). - Am 14./15. Januar 2012 begeht die katholische Kirche den „Familiensonntag“. Dazu erklärt der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst, in einer Presseerklärung:

„Ehe und Familie sind der Ort miteinander gelebter Liebe und Treue. Die Familie ist der geschützte Raum, in dem das Leben weitergegeben wird und sich entwickelt. Sie ist der erste ‚Erfahrungsraum’ für den heranwachsenden Menschen, sie ist der bergende Halt, vor dem die Herausforderungen des Lebens gemeistert werden können. Der Familiensonntag 2012 steht unter dem Leitwort ‚Ehe und Familie – Liebe miteinander leben‘. Die deutschen Bischöfe möchten mit dieser Initiative an die Bedeutung von Ehe und Familie im Leben der Menschen erinnern und Anregungen zu ihrer Unterstützung geben.

Die Familie ist aus christlicher Sicht zugleich Lebens- und Glaubensgemeinschaft. In ihr wird der Glaube der Eltern an die nächste Generation weitergegeben. Die Eltern leben vor, was durch schwere Zeiten trägt und Zuversicht in den Herausforderungen des Lebens schenkt. Ihr Vorbild wirkt in den Kindern weiter.

Die Familie ist der erste ‚Erfahrungsraum’ des Lebens: In ihr können Kinder lernen, wie sich Menschen treu, verlässlich, geduldig und rücksichtsvoll begegnen. Sie erfahren zugleich, dass die Weitergabe des Lebens nicht eine Begrenzung eigener Möglichkeiten ist, sondern eine Vollendung der einzigartigen menschlichen Fähigkeit zur frei bekannten, treuen Liebe. Diese Erfahrungen und Werte machen die Familie zur ‚Kirche im Kleinen‘ (ekklesiola) und zur ‚Keimzelle der Gesellschaft‘. Deshalb bedarf es großer Aufmerksamkeit dafür, wo in unserer Gesellschaft Familien Nachteile und strukturelle Beeinträchtigungen erleben und sie ideologischen Vorbehalten bzw. problematischen Relativierungen des christlichen Ehe- und Familienbildes ausgesetzt sind.

Ein Leben in der Familie hat nach wie vor für die meisten Menschen in unserem Land einen besonders hohen Stellenwert. Dennoch müssen wir feststellen, dass dies aus verschiedenen Gründen vielfach erschwert ist. Die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft entscheidet sich besonders an der Frage der Familie: Ein familienfreundliches Klima ist zugleich ein menschenfreundliches Klima. Familien brauchen Solidarität. Darum gilt es, kirchlich und gesellschaftlich zum Wohl der Familie zusammenzuarbeiten.