Ehefrau, Mutter, Ordensgründerin: Lebensbild der neuen seligen Celina Chludzińska Borzecka

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ROM, 31. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Celina Chludzińska, verwitwete Borzecka, war Ehefrau, Mutter, Witwe und Ordensgründerin und lebte ihr Leben im Einklang mit dem Willen Gottes. Das betonte Kardinal José Saraiva Martins am Samstag in seiner Predigt aus Anlass ihrer Seligsprechung.



Der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse würdigte während des Festgottesdienstes in der Basilika St. Johannes vom Lateran das Lebenswerk von Mutter Celina, der Gründerin der Kongregation der Schwestern von der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus.

Am 29. Oktober 1833 wurde Celina Chludzyńska in Antowil an der Memel im heutigen Weißrussland geboren. Schon als junges Mädchen verspürte sie den tiefen Wunsch, sich dem Herrn als Klausurschwester zu weihen. Am Ende fügte sie sich jedoch der Entscheidung ihrer Eltern und willigte in die Ehe mit Josef Borzecki ein, der sie sehr schätze. Im Gegenzug wurde Celina eine liebende und vorbildliche Ehefrau.

Das Paar hatte vier Kinder. Zwei starben allerdings schon bald, und 1874 verlor Celina nach 20 Jahren Ehe auch ihren Gatten. Während der Zarenherrschaft hatte sich die neue Selige, ohne ihre Familie zu vernachlässigen, für aufständische Landsleute eingesetzt, die für die Unabhängigkeit Polens kämpften. Deshalb wurde sie von den herrschenden Autoritäten auch einmal festgenommen.

Von 1869 bis zum Tod ihres Ehemanns Josef Borzecki lebte Celina mit ihren Kindern in Wien. Die Lähmungserscheinungen ihres Mannes hatten von ihr eine intensive Betreuungsarbeit erforderlich gemacht.

1875 siedelte Celina Chludzińska nach Rom um, wo sie ihre Berufung wiederentdeckte. Dort machte sie die Bekanntschaft mit P. Peter Semenenko († 1. November 1886), dem Mitbegründer des Ordens der Brüder von der Auferstehung, und lebte sich in die Spiritualität von der Auferstehung des Herrn ein.

Nach Reisen in verschiedene Länder der Welt begann sie 1882. mit sechs Schwestern ein Gemeinschaftsleben aufzubauen. Zusammen mit ihrer Tochter Hedwig Borzecka, die am 2. Februar 1863 bei Garten an der Memel geboren worden war und schon am 26. September 1906 in Kleinpolen verstarb, gründete sie den weiblichen Zweig des Ordens von der Auferstehung.

Am 6. Januar 1891 legte sie ihre Ewige Profess ab, und neun Jahre später wurde in Rom, in der Via Marcantonio in Colonna, der Bau des Mutterhauses begonnen, das bis heute noch dort zu finden ist.

Am 5. Mai 1905 erhielt sie eine Audienz beim Papst und erreichte eine vorläufige Anerkennung des Ordens, der sich fortan als Kongregation der christlichen Erziehung der armen Jugend widmen sollte.

In den darauf folgenden Jahren widmete sie sich unermüdlich dem Apostolat. Heute ist die Kongregation Träger von über 50 Häusern weltweit. Die neue Selige starb während einer ihrer vielen Reisen am 26. Oktober 1916 in Krakau.

Mit der Unterstützung von Papst Pius XII. wurde ihr Seligsprechungsverfahren im Jahre 1944 in Rom eröffnet. 1982 konnte das Dekret über die heroischen Tugenden von Celina Borzecka promulgiert werden. Das nötige Wunder für ihre Seligsprechung wurde am 16. Dezember desselben Jahres anerkannt.

Papst Benedikt XVI. sprach am Sonntag beim Angelusgebet vor Tausenden von Pilgern auf dem Petersplatz vom Lebenszeugnis dieser Frau und betonte: „Es gibt aber auch ein unblutiges ‚Martyrium‘, das nicht weniger wichtig ist: wie jenes von Celina Chludzińska Borzecka, Ehefrau, Familienmutter, Witwe und Ordensfrau, die gestern in Rom selig gesprochen wurde. Es handelt sich dabei um das stille und heldenhafte Zeugnis so vieler Christen, die das Evangelium kompromisslos leben, indem sie ihre Pflicht tun und sich hochherzig dem Dienst an den Armen widmen.“

Die neue Selige hat einmal von sich gesagt: „Meine Berufung ist es, den Willen Gottes treu und in Liebe zu tun.“ Deshalb betonte Kardinal Saraiva während der Seligsprechungsfeier den besonderen Wesenszug von Celina Borzecka: Sie habe ununterbrochen „im Gebet vereint mit Gott“ gelebt und so den Alltag aus der Kraft Gottes heraus zu meistern verstanden.