Ehepaar selig gesprochen: Louis und Marie-Zélie Martin

Zweites gemeinsam selig gesprochenes Ehepaar in der Geschichte

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ROM/LISIEUX, 20. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Am gestrigen Sonntag, 19. Oktober 2008, wurden Louis und Marie-Zélie Martin, die Eltern der heiligen Theresia von Lisieux, in der Kathedrale von Lisieux zu Ehren der Altäre erhoben.

Im Rahmen eines feierlichen Pontifikalhochamts, das via Großbildschirm auf den Vorplatz übertragen wurde, verlas der emeritierte Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal José Saraiva Martins, das Seligsprechungsdekret. Zu der lange erwarteten Seligsprechung in der Normandie waren rund 10.000 Besucher aus etwa 20 Ländern gereist.

Die Eheleute Louis (1823-1894) und Zelie Martin (1831-1877) sind das zweite gemeinsam selig gesprochene Ehepaar in der Geschichte der katholischen Kirche. Sie sind außerdem die ersten selig gesprochenen Eltern einer Heiligen. Bei der Feier wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie aufgrund ihres beispielhaften Lebenswandels selig gesprochen worden seien und nicht, weil sie die Eltern einer Heiligen sind.

Beide Eheleute wollten ursprünglich in einen Orden eintreten. Zelie wurde wegen ihrer schwachen Gesundheit abgewiesen, und von Louis verlangten die Augustiner vor dem Klostereintritt, Latein zu lernen. Sein Sprachstudium musste er jedoch aufgrund einer Krankheit abbrechen.

Die beiden lernten einander 1858 kennen, und heirateten nur drei Monate später. Von ihren neun Kinder erreichten fünf Töchter das Erwachsenenalter; sie alle wurden Ordensfrauen.

Ihre 1873 geborene Tochter Theresia trat mit 15 Jahren in das Karmelitinnenkloster von Lisieux ein, wo sie 1897 mit 24 Jahren starb. 1925 wurde sie heilig gesprochen und 1997 von Papst Johannes Paul II. zur Kirchenlehrerin ernannt.

Celie Guérin starb mit nur 46 Jahren am 28. August 1877 in Alençon. Ihr Ehemann, Louis Martin, starb als 71-Jähriger 1894 im Schloss von La Musse.

Nach der Veröffentlichung der Korrespondenz der beiden entdeckte man das vorbildliche christliche Leben, das sie im Alltag ihrer Ehe geführt hatten. Bereits 1957 wurden - für beide einzeln - die ersten Vorbereitungen in Hinblick auf eine mögliche Selig- und Heiligsprechung getroffen.

Am 13. Oktober 1958 wurden ihre sterblichen Überreste in ein Grab hinter der Basilika von Lisieux umgebettet. In der Vorphase der Seligsprechung wurden die sterblichen Überreste im Mai 2008 exhumiert und in ein neu gestaltetes Reliquiar in der Krypta der Basilika von Lisieux übertragen. Papst Benedikt hatte am 19. August 2008 ein Wunder auf die Fürsprache von Louis and Marie-Zélie Martin offiziell bestätigt und damit den Weg zur Seligsprechung frei gemacht.

Das Wunder ist die Heilung des italienischen Jungen Pietro Schiliro, der 2002 mit einer gravierenden Lungen-Missbildung in Monza geboren worden war. Der italienische Karmelitenpater Antonio Sangalli schlug den Eltern des Kindes vor, eine Novene zu den Eltern der kleinen Theresia zu beten, um die Kraft zu bekommen, ihr Leid zu tragen. Pietros Mutter aber entschloss sich, die Novene für die Heilung ihres Sohnes zu beten. Als dieser dann tatsächlich gesund wurde, unternahmen die Eltern mit dem geheilten Kind eine Wallfahrt nach Lisieux, um den Martins zu danken.

Der heute sechs Jahre alte Pietro und seine Eltern nahmen gestern in Lisieux am  Seligsprechungsgottesdienst teil.