Eifersucht, Neid und Gerüchte zerstören christliche Gemeinden

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 386 klicks

In seiner heutigen Predigt während der morgendlichen Messe in Santa Marta appellierte Papst Franziskus an die Christen, Eifersucht, Neid und Gerüchten, die die Gemeinden zerstörten, keinen Einlass zu gewähren. Er bezog sich dabei auf die erste Tageslesung (1 Sam 18,6-9; 19,1-7). Er sagte, Eifersucht und Neid seien etwas, das in den Herzen eine böse Unruhe heraufbeschwöre, die nicht tolerieren könne, dass ein Bruder oder eine Schwester etwas habe, was man selber nicht habe.

„Die Eifersucht führt dazu zu töten. Der Neid führt dazu zu töten. Es war diese Tür, die Tür der Eifersucht, durch die der Teufel in diese Welt gekommen ist. Die Bibel sagt: ‚Wegen der Eifersucht des Teufels ist das Böse in die Welt gekommen‘. Die Eifersucht und der Neid öffnen allen bösen Dingen die Tür. Und sie zerstören die Gemeinden. Eine christliche Gemeinde, die unter der Eifersucht einiger Mitglieder untereinander leidet, endet getrennt: Jeder gegen jeden. Das ist ein starkes Gift. Es ist ein Gift, von dem wir in der Bibel in Zusammenhang mit Kain erfahren.“

Der Pontifex erläuterte, dass einer Person, die von Eifersucht und Neid getrieben sei, zwei Dinge geschehen würden. Das erste sei die Bitterkeit.

„Eine eifersüchtige Person, eine neidische Person ist ein verbitterter Mensch: Er kann nicht singen, lobpreisen, er weiß nicht, was die Freude ist, schaut immer danach, was der andere hat und er selbst nicht. Und das ist die Tür der Bitterkeit, eine Bitterkeit, die sich auf die ganze Gemeinde ausbreitet. Das sind sie, die die Bitterkeit säen. Zweitens, wenn Eifersucht und Neid vorherrschen, entstehen Gerüchte. Weil derjenige nicht tolerieren kann, dass der andere etwas hat, ist das die Lösung, den anderen kleiner zu machen, damit ich ein bisschen höher stehe. Und dazu dienen die Gerüchte. Such, und du wirst sehen, dass hinter einem Gerücht Eifersucht und Neid steht. Und die Gerüchte spaltendie Gemeinde, sie zerstören sie. Sie sind die Waffen des Teufels.“

Es gebe viele christliche Gemeinden, denen es gut gegangen sei, bis durch eines der Mitglieder die Eifersucht und der Neid eingetreten seien und damit Traurigkeit, Groll und Gerüchte. Ein Mensch, der unter dem Einfluss von Eifersucht und Neid stehe, töte seine Mitmenschen.

„In der heutigen Messe beten wir für unsere christlichen Gemeinden, dass dieser Same der Eifersucht nicht unter uns gesät werde, dass die Eifersucht in unserem Herzen keinen Platz einnehme, in den Herzen unserer Gemeinden, damit wir so im Lobpreisen des Herrn fortfahren können, mit Freude. Es ist eine große Gnade, nicht in Traurigkeit zu verfallen, gekränkt zu sein, in Eifersucht und Neid.“