"Ein Aufruf zur Evangelisierung in China und Nordkorea"

Erzbischof von Seoul, Yeom Soo-jung, nach seiner Ernennung zum Kardinal

Rom, (Fides) | 273 klicks

„Mit diesem Ruf Gottes werde ich dafür beten und mein Bestes tun, dass die Evangelisierung der asiatischen Kirche vorankommt, insbesondere in China und Nordkorea“, so Erzbischof Yeom Soo-jung zu Fides über sein Verständnis von seiner Ernennung zum Kardinal: ein Dienst an der Verkündigung des Evangeliums, insbesondere in Asien. „Dies ist nicht nur für die koreanische Kirche eine wichtige Aufgabe.“ 

Aufgrund seines besonderen Augenmerks für die Evangelisierung vertraute der Erzbischof der bei der Kongregation für die Evangelisierung angesiedelten Agentur Fides seine Gedanken an: „Ich blicke zurück auf die Kardinäle, die unser Land in der Vergangenheit hatte und die sich insbesondere der Evangelisierung gewidmet haben: Ihren Spuren will ich folgen“, so der Erzbischof von Seoul. 

“Ich muss zugeben, dass ich auch ein bisschen erschrocken und besorgt bin, doch ich nehme die Einladung des Heiligen Vaters und den Ruf des Herrn mit Demut und Freude an”, so der künftige Kardinal weiter. Er werde bei seiner neuen Aufgabe „das Gebet der Gläubigen und meiner Mitbrüder im Priesteramt dringend brauchen. Denn ich möchte ein freundlicher Hirte sein, der sich jedes Schafes in seiner Herde annimmt“, so Erzbischof Yeom Soo-jung.

In seinem Amt als Erzbischof werde er weiterhin versuchen in der Gesellschaft und auf der koreanischen Halbinsel für „Vergebung, Harmonie und friedliches Zusammenleben“ einzutreten, während die koreanische Kirche insbesondere Initiativen der Nächstenliebe und der Solidarität fördere, „damit Menschen in Not versorgt werden und der Kreislauf der Liebe gespeist wird.“

Am heutigen 15. Januar tritt der Erzbischof und künftige Kardinal erstmals als solcher auf: Er wird in Seoul dem Generaloberen der Gesellschaft Jesu P. Adolfo Nicholas begegnen. Bei dem Gespräch zwischen den beiden wird die Evangelisierung in Ostasien im Mittelpunkt stehen. 

Mit dem derzeitigen Erzbischof von Seoul wird zum dritten Mal einem koreanischen Prälaten die Kardinalswürde zuteil: Er folgt auf Kardinal Nicholas Cheong Jin-suk und Kardinal Stephen Kim Sou-hwan (1922-2009), beide Erzbischöfe von Seoul. Ein koreanischer Priester erklärt gegenüber Fides: „Es ist nicht nur eine große Freude für die koreanische Kirche, sondern auch ein Segen für das ganze Land. Die Ernennung weckt Interesse in der ganzen Gesellschaft und auch bei anderen Religionen. Viele Gläubige beten für den Kardinal. Wir hoffen, dass er eine Kirche leiten wird, die sich vor allem der Armen und Ausgegrenzten annimmt.“ (PA)

(Quelle: Fides 15/1/2013)