Ein Austausch von Herz zu Herz

Papst Franziskus empfing den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, zur Privataudienz

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 550 klicks

Papst Franziskus empfing am Montag, den 8. April 2013, den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, zu einer circa halbstündigen Privataudienz. Im Mittelpunkt des Gesprächs in herzlicher Atmosphäre stand, wie Pater Federico Lombardi mitteilte, das Thema der Ökumene.

Noch in der Amtszeit Benedikts XVI. war ein Termin für eine Privataudienz des Ratsvorsitzenden Schneider festgesetzt worden, den Papst Franziskus nach seiner Wahl bestätigen ließ. Schneider, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Anne an der Privataudienz teilnahm, war mit einer EKD-Delegation zu einer viertägigen Visite nach Rom gereist.

Das Gespräch bezeichnete Schneider als „Austausch von Herz zu Herz“. Schneider übermittelte Papst Franziskus seine Glückwünsche für die Wahl zum Papst und für die Namenswahl nach dem heiligen Franziskus. Der Ratsvorsitzende erklärte nach dem Treffen, das mit dem gemeinsamen Gebet des Vaterunsers endete, Papst Franziskus zur Teilnahme am Reformationsjubiläum 2017 eingeladen zu haben, das nicht als „deutsches Jubelfest geplant“ sei. „Es soll nicht der Held Martin Luther im Vordergrund stehen, auch wenn wir dankbar sind, dass er den Anstoß für die Umkehr zu Christus gegeben hat.“ Schneider äußerte sein tiefes Bedauern über die blutigen Konfessionskriege im 16. und 17. Jahrhundert und hofft, daß es hier zu einem Verständnis zwischen den beiden Konfessionen komme.

Schneider erklärte nach der Privataudienz: „Wir haben uns mit dem Wort Bruder verabschiedet. Es war eine wirklich brüderliche herzliche Begegnung, und ich habe den Eindruck, dass wir uns wirklich verstanden haben.“

Während der viertägigen Visite nahm der Ratsvorsitzende Schneider außerdem Termine mit dem Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen Kurt Kardinal Koch und dem Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, war.