Ein Christ erträgt Demütigungen mit Freude und Geduld

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 509 klicks

Der Beweis dafür, Christ zu sein bestehe in der Fähigkeit, Demütigungen mit Freude und Geduld zu ertragen. Papst Franziskus unterstrich in seiner Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta diesen Aspekt des Glaubens und warnte wiederholt vor den Verführungen, die davon abhielten, Christus voll und ganz zu lieben.

Die Gefahr, einen kalkulierten Glauben in zögernden Schritten zu leben, befinde sich „hinter jeder Ecke“, so der Pontifex. In seinen Ausführungen bezog er sich auf das heutige Evangelium Lk 9,18-22, in dem Jesus seine Jünger zunächst danach fragt, für wen ihn die Leute halten, dann für wen sie ihn halten, bis hin zur Antwort des Petrus: „Für den Messias Gottes.“ Jesus stelle diese Frage an alle, auch die Menschen von heute. Der Papst nannte im Folgenden eine Reihe von Antworten, die einen unreifen Glauben wiederspiegelten, wie „ein guter Prophet, ein guter Lehrer, jemand, der deinem Herzen gut tut“, was alles richtig sei. Aber dies sei nicht alles.

„Es war der Heilige Geist, der das Herz von Petrus berührt hat, um ihn sagen zu lassen, wer Jesus ist. Wer kann das Mysterium erklären, dass es sich um den Sohn des lebendigen Gottes handelt? Aber er sagt es. Und wenn jeder von uns in seinem Gebet den Tabernakel anschaut und dem Herrn sagt: ‚Du bist Christus, Sohn des lebendigen Gottes‘, dann ist es der Heilige Geist gewesen, der es uns gesagt hat. Und er wird dir antworten: ‚Amen.‘“

Jesus antworte Petrus, er solle dies niemandem weitersagen, und kündigt anschließend seine Passion an, seinen Tod und seine Auferstehung. Petrus erschrecke . daraufhin, sei schockiert und wolle ihm nicht bis dahin folgen. Dies bedeute, Jesus nur bis zu einem Punkt kennenzulernen.

„Das ist die Versuchung des spirituellen Wohlbefindens. Wir haben alles: Wir haben die Kirche, wir haben Jesus Christus, die Sakramente, die Madonna, alles, eine schöne Arbeit für das Reich Gottes. Auch sind wir alle gut. Wenigstens müssen wir das denken, denn das Gegenteil wäre eine Sünde! Aber spirituelles Wohlbefinden reicht nicht aus. Wie der reiche Junge, der mit Jesus nur bis zu einem bestimmten Punkt mitgehen wollte. Es fehlt die letzte Salbung des Christen, um wirklich Christ zu sein: die Salbung des Kreuzes, die Salbung der Demütigung. Er erniedrigte sich bis zu seinem Tod, dem Tod aller. Das ist die Prüfung unser Realität als Christ: Bin ich Christ aus kulturellen Gründen und Gründen des Wohlbefindens? Bin ich ein Christ, der den Herrn bis ans Kreuz begleitet? Das Zeichen ist die Fähigkeit, Demütigungen ertragen zu können.“

Das Kreuz blockiere jedoch viele Christen, so Papst Franziskus weiter. Alle möchten wieder auferstehen, jedoch nicht alle möchten dies über den Weg des Kreuzes machen. Sie würden sich über das ertragene Unrecht beklagen, sich aber gegenüber Jesus abweisend verhalten.

„Die Prüfung, ob ein Christ ein wirklicher Christ ist, liegt in seiner Fähigkeit, Demütigungen mit Freude und Geduld zu ertragen; das ist etwas, was nicht gefällt. Es gibt viele Christen die den Herrn anschauen und um mehr Demütigungen bitten, um ihm mehr zu ähneln. Das steht zur Auswahl: entweder Wohlbefinden oder ein Christ in Jesu Nähe sein, auf dem Weg Jesu.“