Ein Christ handelt nach der Meinung Gottes

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 457 klicks

Um die Zeichen der Zeit zu verstehen, dürfe der Mensch nicht nur mit dem Kopf denken, sondern auch mit dem Herzen und dem Geist, den er in sich trägt. So die Worte von Papst Franziskus in der Predigt während der Messe in Santa Marta. Den Ausgangspunkt der Überlegungen des Papstes bildete das heutige Evangelium nach Lukas (21,29-33). Er sagte, der Herr lehre seine Jünger, die Zeichen der Zeit zu verstehen, Zeichen, die die Pharisäer nicht verstünden. Wer Jesus folge, denke nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen. Andernfalls könne man den „Schritt Gottes in der Geschichte“ nicht verstehen.

„Im Evangelium wird Jesus nicht ärgerlich, sondern er verstellt sich, als die Jünger die Dinge nicht verstehen. Denen aus Emmaus sagt er: ‚Töricht und langsam im Herzen.‘ … Wer die Dinge Gottes nicht versteht, ist ein solcher Mensch. Der Herr möchte, dass wir verstehen, was geschieht: Was in meinem Herzen geschieht, was in meinem Leben geschieht, in der Welt, in der Geschichte… Was bedeutet das, was jetzt passiert? Das sind die Zeichen der Zeit! Der Geist der Welt hingegen schlägt uns etwas anderes vor, denn der Geist der Welt will uns nicht als Volk: Er will uns als Masse, ohne Gedanken, ohne Freiheit.“

Der Geist der Welt wolle, dass alle den Weg der Uniformität gehen, er behandle alle, als seien sie keine freien Menschen.

„Der uniforme Gedanke, der gleiche Gedanke, der schwache Gedanke, ein unspezifischer Gedanke. Der Geist der Welt will nicht, dass wir vor Gott fragen: ‚Warum das, warum das andere, warum geschieht das?‘ Er bietet uns einen pret-a-porter Gedanken an, ganz nach Geschmack: ‚Ich denke so, wie es mir passt!‘ Aber das ist in Ordnung, sagen sie… Aber das, was der Geist der Welt nicht will, ist was Jesus von uns erwartet: Den freien Gedanken, den Gedanken eines Mannes, einer Frau, die ein Teil des Volkes Gottes sind, und die Rettung ist genau das! Denkt an die Propheten… ‚Du warst nicht mein Volk, jetzt sage ich mein Volk: So spricht der Herr. Und das ist die Rettung: Mach’ uns zum Volk, zum Volk Gottes, Freiheit zu haben!“

Jesus erwarte von allen, frei zu denken, so der Pontifex, zu denken, um zu verstehen, was passiert. Er sagte, die Menschen bräuchten den Herrn, weil sie es alleine andernfalls nicht schafften, die Zeichen der Zeit zu verstehen. Der Heilige Geist gebe uns diese Gabe:die Einsicht, um zu verstehen.

„Was ist der Weg, den der Herr will? Immer mit dem Geist der Einsicht, um die Zeichen der Zeit zu verstehen. Es ist schön, den Herrn Jesus um diese Gnade zu bitten, dass er uns den Geist der Einsicht schicke, damit wir keine schwachen Gedanken haben, dass wir keine uniformen Gedanken haben und dass wir keinen Gedanken nach den eigenen Vorstellungen haben: Wir haben nur einen Gedanken nach der Meinung Gottes. Mit diesem Gedanken, der ein Gedanke des Verstandes ist, zu versuchen zu verstehen, was die Dinge bedeuten, und die Zeichen der Zeit richtig verstehen.“