Ein Christ ist frohgemut, er ist niemals traurig

So der Papst im Laufe der gestrigen Eucharistiefeier in Aparecida

Rio de Janeiro, (ZENIT.org) Antonio Gaspari | 335 klicks

„Ein Christ ist frohgemut, er ist niemals traurig.“ Mehr noch: Er „kann nicht pessimistisch sein!“ Diese Feststellung äußerte Papst Franziskus im Rahmen seiner Predigt am Heiligtum von Aparecida.

Vor etwa 200.000 Pilgern, von denen sich 15.000 in der Basilika befanden, sagte der Papst: „Gott begleitet uns! Jesus hat uns gezeigt, dass Gott das Gesicht eines Vaters hat, der uns liebt“, und Maria „tritt immer für das Leben ihrer Kinder – für uns“ ein.

Franziskus fügte hinzu: „Wenn wir wirklich in Christus ‚verliebt‘ sind […], wird unser Herz in einer solchen Freude ‚entbrennen‘, dass sie alle ansteckt, die in unserer Nähe leben.“

In diesem Zusammenhang erinnerte der Papst an die Bedeutung der V. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika und der Karibik, die in Aparecida abgehalten worden war.

Dabei wurde das Leben aller Menschen der hl. Maria anvertraut. Das verabschiedete Dokument bildet die Grundlage sämtlicher Arbeiten der Kirche in den kommenden Jahren.

Mit Blick auf den Weltjugendtag sei der Heilige Vater gekommen, „um an der Tür von Marias Haus anzuklopfen“, um „unseren jungen Menschen die Werte zu vermitteln, die sie zu Erbauern einer gerechteren, solidarischeren und brüderlicheren Nation und Welt machen.“

Zu diesem Zweck rief Papst Franziskus folgende drei Verhaltensweisen in Erinnerung: „die Hoffnung bewahren, sich von Gott überraschen lassen und in der Freude leben.“

Bezug nehmend auf jenen Abschnitt des Evangeliums, in dem eine Frau – das Bild Marias und der Kirche – von einem Drachen    dem Teufel – verfolgt wird, der ihren Sohn verschlingen will, betonte der Papst, dass „Gott eingreift und das Kind in Sicherheit bringt“, denn er sei von der folgender Gewissheit getragen: „Gott geht an eurer Seite, in keinem Augenblick verlässt er euch! Verlieren wir niemals die Hoffnung! Löschen wir sie niemals in unserem Herzen aus! Es gibt den ‚Drachen‘ – das Böse – in unserer Geschichte, aber nicht er ist der Stärkste. Der Stärkste ist Gott, und Gott ist unsere Hoffnung.“

Anschließend erinnerte der Papst daran, dass Götzen Einsamkeit und Leere hervorbrächten, und rief alle dazu auf, „Lichter der Hoffnung“ zu sein.

Papst Franziskus zufolge brauchen junge Menschen „nicht nur Dinge“, sondern vor allem „Spiritualität, Großherzigkeit, Solidarität, Ausdauer, Brüderlichkeit, Freude – Werte, die ihre tiefste Wurzel im christlichen Glauben haben.“

Als nächsten Aspekt betrachtete der Papst die Pädagogik des Herrn, die „immer das Beste für uns“ bereithalte, jedoch verlangt, dass „wir uns von seiner Liebe überraschen lassen, dass wir seine Überraschungen annehmen.“

„Vertrauen wir auf Gott!”, so der Aufruf des Papstes, denn „fern von ihm erschöpft sich der Wein der Freude, der Wein der Hoffnung. Wenn wir in seine Nähe kommen, wenn wir bei ihm bleiben, verwandelt sich das, was kaltes Wasser zu sein scheint, das, was Not, was Sünde ist, in neuen Wein der Freundschaft mit ihm.“

Franziskus zitierte folgende Worte Benedikts XVI. aus der Eröffnungsansprache der V. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika und der Karibik vom 13. Mai 2007 in Aparecida: „Der Jünger weiß nämlich, dass es ohne Christus kein Licht, keine Hoffnung, keine Liebe und keine Zukunft gibt“, und lud die Anwesenden daraufhin ein, „an der Tür von Marias Haus anzuklopfen“ und ihrer Bitte Folge zu leisten: „Was er euch sagt, das tut!“

„Wir bemühen uns, das zu tun, was Jesus uns sagen wird!“, so der Bischof von Rom abschließend. Er fügte hinzu: „Und wir werden es mit Hoffnung tun, im Vertrauen auf die Überraschungen Gottes und voller Freude. So sei es.“