Ein Christ "schminkt" sein Leben nicht, sondern nimmt es so an, wie Gott es gewollt hat

Papst: den Schwierigkeiten des Lebens angstfrei begegnen mit Christus an der Seite

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Salvatore Cernuzio | 541 klicks

„Keine Schminke auf das Leben auftragen“, sondern es so annehmen, wie es von Gott ermöglicht wird. Laut Papst Franziskus solle der Christ den Problemen seiner Existenz begegnen, indem er vollkommenen auf den Herrn vertraut, der stets eine Lösung schenke und seine Hilfe niemals fehlenlasse, anstatt nach Ausflüchten zu suchen. Der in den täglichen Predigten während der hl. Messe im Gästehaus erstellte „Dekalog“ von Papst Franziskus wird so um ein neues Gebot erweitert: das eigene Leben nicht zu „schminken“.

Ausgehend von der Tageslesung aus der Apostelgeschichte betonte der Papst am Samstag, dem 13. April 2013, dass ein Christ alle Begebenheiten des Lebens annehme, vor allem die Schwierigkeiten, und von der Gewissheit getragen sei, dass nicht er der Herr seines Lebens sei, sondern Gott. Diese Worte waren allen Gläubigen, insbesondere den Teilnehmern an der Feier — unter anderem Mitglieder der Gendarmerie des Vatikans, der Feuerwehr und Angehörige des Ordens der „Figlie della carità“ — eine eindrucksvolle Botschaft und eine Lebenslektion großer Tragweite. Im Zentrum der Lesung vom Samstag stand die Schilderung der Auseinandersetzung zwischen Griechen und Hebräern über einige praktische Notwendigkeiten wie die von vielen als vernachlässigt erachtete Witwenfürsorge.

Wie in den vorangegangenen Predigten verweilte Papst Franziskus auch am Samstag bei einigen höchst aktuellen Szenen –aus dem Leben der ersten christlichen Gemeinde.

Dazu bemerkte der Papst Folgendes: „Zunächst wird eine Beschwerde vernehmbar: Einer spricht gegen den anderen, doch das führt zu keiner Lösung.“ Er führte weiter aus: „Die Apostel haben mit der Unterstützung des Heiligen Geistes gut reagiert: sie beriefen eine Versammlung der Gruppe der Jünger ein und initiierten ein Gespräch.“

Dem Papst zufolge sei dies der erste notwendige Schritt. Im Falle von Schwierigkeiten gelte es, diese genau zu betrachten, sie anzunehmen und zu besprechen. Niemals dürften sie jedoch verborgen werden. So hätten sich die Apostel nie versteckt, sondern „überlegt und eine Entscheidung getroffen“ im Bewusstsein, dass ihre erste Verpflichtung im „Gebet und dem Dienst des Wortes“ bestehe.

In diesem Sinne knüpfe die in der Apostelgeschichte enthaltene Erzählung von den ersten Christen am Evangelium vom Samstag an, in dem Jesus die auf dem stürmischen See fahrenden, verängstigten Jünger mit seinen Worten beruhigt habe. In diesem Zusammenhang erteilte der Papst folgenden Auftrag: „Wenn wir Schwierigkeiten begegnen, sollen wir sie annehmen, und der Herr wird uns bei ihrer Bewältigung unterstützen.“

Papst Franziskus zufolge dürfen die Menschen keine Angst vor Problemen haben. Jesus selbst habe zu seinen Jüngern gesagt: „Ich bin es, habt keine Angst. Ich bin es.“ Dies gelte immer: für die Mühen des Lebens, für die Probleme, für neue Herausforderungen, die an uns gestellt würden. Stets sei der Herr zugegen. Die Menschen könnten zwar Fehler begehen, doch er sei uns stets nahe und sage: „Du hast es falsch gemacht. Kehre zurück auf den rechten Pfad.“

Mit der ihm eigenen Sympathie und Aufrichtigkeit gab Papst Bergoglio den Gläubigen anschließend eine weitere Empfehlung, die im Geist eine tiefe Spur hinterlassen wird: „Das Leben zu schminken, eine Schicht Make-up darauf aufzutragen, zählt nicht zu gutem Verhalten: Nein, Das Leben ist so, wie es ist. Es ist die Realität. Es ist so, wie Gott es will oder wie Gott es ermöglicht, doch es ist so, wie es ist. So müssen wir es annehmen. Der Geist Gottes wird uns die Lösung der Probleme zuteilwerden lassen.“

Das von Christus für die Gläubigen am vergangenen Samstag wiederholte Wort laute daher: „Habt keine Angst, ich bin es!“ Nach Papst Franziskus solle sie dieses Wort „in den Momenten vollkommener Dunkelheit“, in denen sie „keinen Ausweg sehen“, begleiten und Trost spenden. Getragen in dieser Sicherheit, „nehmen wir die Dinge, so wie sie kommen, im Geist des Herrn und durch die Hilfe des Heiligen Geistes. So können wir sicher einen richtigen Weg fortsetzen.“

Der Papst schloss seine Predigt mit folgenden Worten: „Bitten wir den Herrn um diese Gnade der Angstlosigkeit, eines ungeschminkten Lebens, der Suche nach einer Problemlösung nach dem Vorbild der Apostel und auch der Suche nach der Begegnung mit Jesus, der stets an unserer Seite ist, selbst in den dunkelsten Momenten des Lebens.“