Ein Christ verlässt Gott nicht, um einer Mode zu folgen

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 400 klicks

Das Geschenk, ein Kind Gottes zu sein, könne man nicht verkaufen, um so zu leben, als ob Gott nicht existiere. So die Worte von Papst Franziskus in der heutigen Predigt während der Messe in Santa Marta. Dabei versuche man, „normal“ zu sein, und tausche das Wort Gottes gegen das eigene Wort der persönlichen Interessen ein, um so zu einer „uniformen Weltlichkeit“ zu gehören. Papst Franziskus erinnerte daran, dass das hebräische Volk des Alten Testamentes dieser Versuchung häufig gegenübergestanden habe, und bezog sich dabei auf das erste Buch Samuels. Das Volk habe Gott hier von sich gestoßen, weil es wie die anderen Völker einen König wollte. Den Herrn der Liebe abzulehnen und sich auf den Weg der Weltlichkeit zu bewegen, sei für viele Christen von heute charakteristisch.

„Die Normalität des Lebens erfordert von einem Christen Treue zu seiner Ernennung und nicht, diese zu verkaufen, um einer uniformen Weltlichkeit zu folgen. Das ist die Versuchung des Volkes und unsere. Oft vergessen wir das Wort Gottes, das was uns der Herr sagt, und wir bevorzugen das Wort, das gerade ‚in‘ ist, nicht wahr? Auch das der Fernsehserien ist ‚in‘, nehmen wir das, das ist amüsanter! Abtrünnigkeit ist die Sünde des Brechens mit dem Herrn, aber es ist klar: Man sieht die Abtrünnigkeit ganz deutlich. Am gefährlichsten ist aber die Weltlichkeit, denn sie ist subtiler.“

Der Papst räumte ein, dass die Christen normal sein müssten, so wie alle Menschen normal seien, erinnert aber daran, dass man sich das Wort Gottes gegenwärtig halten müsse, das einem sage, dass man sein Kind sei, ausgewählt sei. Der Christ solle sich nicht als Opfer fühlen, das weniger Wert sei als die anderen.

„Die Versuchung kommt und lässt unser Herz hart werden, und wenn es hart ist, wenn es nicht offen ist, kann das Wort Gottes nicht hinein. Jesus sagte zu denjenigen aus Emmaus: ‚Töricht und langsam im Herzen!‘ Sie hatten ein hartes Herz, sie konnten das Wort Gottes nicht verstehen. Und die Weltlichkeit macht das Herz weich, aber auf eine schlechte Art: Ein weiches Herz ist nie etwas Gutes! Gut ist ein Herz, das offen ist für das Wort Gottes, das es empfängt. Wie die Madonna, die all diese Dinge in ihrem Herzen bewegte, wie das Evangelium sagt. Das Wort Gottes empfangen, um sich nicht von der Erwählung zu entfernen.“

Abschließend bat Papst Franziskus um die Gnade, die Formen des Egoismus zu überwinden, alles nach dem eigenen Willen machen zu wollen.

„Bitten wir um die Gnade, diese zu überwinden, und bitten wir um die Gnade der spirituellen Fügsamkeit, das Herz dem Wort Gottes zu öffnen und nicht das zu tun, was unsere Brüder getan haben, die ihr Herz verschlossen haben, weil sie sich von Gott entfernt haben und seit einiger Zeit nicht mehr das Wort Gottes hörten und verstanden. Möge uns der Herr die Gnade eines offenen Herzens geben, um das Wort Gottes zu empfangen und um immer darüber nachzudenken. Und um von da aus den richtigen Weg zu nehmen.“