Ein definitiver Schritt

Das Zeugnis eines umbrischen Paares

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 340 klicks

Während seiner Tagesreise nach Assisi am vergangenen Freitag sagte Papst Franziskus im Gespräch mit einigen jungen Menschen: „Habt keine Angst davor, in einer Gesellschaft, die die individuellen Rechte eines jeden Einzelnen der Familie vorzieht, definitive Entscheidungen wie die Ehe zu treffen.“ Der Pontifex erinnerte in der „provisorischen“ Kultur von heute an die vergangenen Generationen, die in schwierigeren Zeiten keine Angst davor gehabt haben, Ja zu Gott in der Ehe zu sagen. Radio Vatikan publizierte anlässlich des Themas am Samstag ein Interview mit einem seit 10 Jahren verheirateten Paar mit vier Kindern. Ihre Erfahrungen können als beispielhaft angesehen werden.

Das Paar erzählte, dass sie zunächst für acht Jahre zusammengelebthätten. Während dieser Zeit seien zwei Mädchen geboren worden, jedoch habe sich das Paar während dieser Zeit immer unvollständig gefühlt, mit der Angst vor dem definitiven Schritt auf der einen Seite und dem Wunsch nach etwas mehr auf der anderen Seite. Dabei sei der Wunsch größer gewesen, mit der geliebten Person ein Leben lang zusammen zu bleiben. Während der bisherigen Ehejahre habe es auch schwierige Momente der Krise gegeben, jedoch sei das Sakrament der Ehe stärker gewesen, und sie hätten an sich geglaubt. Überdies hätten sie das Glück gehabt, Don Carlo kennenzulernen, der eine Institution gegründet habe, die verheiratete Paare begleite. Allein sei es oft beinahe unmöglich, nochmal von neuem zu beginnen und alles hinter sich zu lassen.

Nach ihrer Begegnung mit dem Geistlichen, seien sie selbst nun zu Helfern von Ehepaaren in der Krise geworden. Die Frau sagte, wenn es ihr und ihrem Mann gelinge, würden es alle schaffen können. Wie der Papst gesagt habe, seien die Ehepaare anderer Generationen mit ganz anderen, sehr viel schwierigeren Situationen konfrontiert gewesen. Die Gewissheit der gelebten Ehe als Sakrament mache sicher und besiege die Angst, aber auch das sich Gott Anvertrauen spiele eine große Rolle. Es reiche nicht, sich nur auf die eigene Kraft zu verlassen. Für das Paar sei die Veränderung groß gewesen, als sie beschlossen hätten, sich einander anzuvertrauen, denn sie seien nicht allein gewesen, Gott habe sie begleitet.

Der Ehemann meinte, ein Beispiel für die „provisorische Kultur“ sei die Entwicklung der Ehen in der Grundschulklasse ihrer Tochter, wo es zur Beginn der 1. Klasse nur ein getrenntes Paar gegeben habe, am Ende der 5. Klasse schon zehn. Es sei ein Irrglaube, davon auszugehen, dass es sich getrennt leichter lebe als zusammen.

Ein wichtiger Punkt sei die ökonomische Krise, die viele junge Paare heute davon abhalte zu heiraten. Auch hier seien die Paare der vorherigen Generationen ein wichtiger Orientierungspunkt, für die die Ehe an sich, das Zusammensein und die Familie einen höheren Wert gehabt hätten, als eine große Feier. Man müsse begreifen, was das wirklich Wichtige der Ehe sei: die Verbundenheit in Christus.