"Ein Fest der Begegnung"

Statement von Alexander Bothe zur Ministranten-Wallfahrt

Rom, (DBK PM) Redaktion | 332 klicks

Wir dokumentieren im Wortlaut auch das Statement von Alexander Bothe, Referent für Ministrantenpastoral und liturgische/kulturelle Bildung der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), im heutigen Auftakt-Pressegespräch zur Ministranten-Wallfahrt.

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Die Wallfahrt der Ministrantinnen und Ministranten aus ganz Deutschland nach Rom hat begonnen und zeigt schon in ihren ersten Tagen, dass sie für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Fest der Begegnung ist: Begegnung mit anderen jungen Menschen, die den eigenen Dienst und die eigene Suche in den Lebensfragen teilen, manchmal auch Wiederbegegnungen mit Freundschaften von früheren Wallfahrten, Begegnung inmitten des Zentrums der weltweiten Kirche, Begegnung mit den Ursprüngen des Christentums und natürlich der ganz besondere morgige Abend der Begegnung mit Papst Franziskus. Das Motto „Frei! Darum ist es erlaubt, Gutes zu tun“ prägt den Weg der Wallfahrer, in den Begegnungen Ermutigung zu finden, als junge Kirche gemeinsam zu Jesus Christus zu pilgern.

In diesem Kern hat die Wallfahrt bereits in den vergangenen Monaten begonnen: In den diözesanen Auftaktveranstaltungen, in den geistlichen Vorbereitungen durch Gruppenstunden und Gottesdienste, aber auch in diözesanen Projekten wie der Entwicklung einer speziellen Romwallfahrts-App einiger Bistümer, einem Gebärden-/Moves-Animationsvideo zum Mottolied der Wallfahrt oder im Einsatz des Wallfahrtslogos für die zahlreichen eigenen Wallfahrtsutensilien der Pfarreien war die begeisterte Einstimmung auf Rom zu spüren.

Die Ministrantinnen und Ministranten, die jetzt hier nach Rom gepilgert sind, sind meist zwischen 14 und 18 Jahre alt. Manche der Älteren waren bereits auf früheren Wallfahrten dabei und haben jetzt Verantwortung als Gruppenleiter oder in den diözesanen Leitungsteams mitübernommen. Alle haben sich aus 26 deutschen Diözesen auf den Weg gemacht, um in je nach Diözese unterschiedlicher Reiseplanung, Unterbringungsorganisation und Rahmenprogrammpunkten die Wallfahrtswoche zu gestalten. Einige Diözesen haben gestern und heute bereits ihre Auftaktgottesdienste in den verschiedenen Pilgerkirchen gefeiert, andere kommen aktuell gerade in Rom an. Die Programme entfalten das Motto in vielfältigen Angeboten, mal für die jeweiligen Pfarreigruppen, mal für die Bus- oder Hotelgruppen, in denen mehrere Pfarreien zusammenführt sind, mal auf diözesaner Ebene oder in den großen zentralen Begegnungen der morgigen Papstaudienz und dem „Blind Date“ am Mittwoch.

Seit dem Start im Heimatbistum sind die Pilgertücher der Jugendlichen und jungen Erwachsenen Zeichen der Weite der Gemeinschaft. Sie tragen das Logo der Wallfahrt und weisen anhand ihrer Farben die Zugehörigkeit zu Kirchenprovinzen und darin durch verschiedenfarbige Aufdrucke des Wallfahrtslogos zum jeweiligen Bistum aus. Für die Pilgerinnen und Pilger ist es eines der prägenden Erlebnisse der Wallfahrt, ihr Tuch möglichst oft zu tauschen. Mit zunehmender Dauer der Wallfahrt werden dieser Austausch und damit die bunte Vielfalt der Gemeinschaft, die zu Jesus Christus pilgert, auf den Straßen und Plätzen Roms quer durch die Pilgergruppen bildhaft. Die Stärkung einer lebendigen Identifikation mit der Gemeinschaft, die Ermutigung gerade der jungen Menschen dazu, sich mit dem eigenen Leben auf die Nachfolge Jesu zu begeben und die Erfahrung zu machen, nicht nur im gemeinsamen Dienst Liturgie, sondern auch Kirche mitzugestalten, sind das gemeinsame pastorale Anliegen der Wallfahrt.

Dieses Anliegen prägt auch den morgigen Abend auf dem Petersplatz. Das Gefühl dafür, wie groß diese Gemeinschaft wirklich ist, dass aus Deutschland Ministranten von Görlitz bis Trier, von Hamburg bis München, versammelt sind, die den gleichen Dienst tun, wird das Erlebnis der Gemeinschaft über die Wallfahrt hinaus stärken. Papst Franziskus heißt die Ministranten in einer besonderen Begegnung willkommen. Wir werden gemeinsam mit ihm die Vesper beten und das Motto mit einer gemeinsamen Handkette versinnbildlichen und den Heiligen Vater um seinen Segen bitten. Einige jugendliche Pilgerinnen und Pilger werden mit ihm ein Gespräch über das Motto, über den Dienst der Ministranten und über die Glaubensfragen junger Menschen führen dürfen, auf das wir alle schon sehr gespannt sind. Und natürlich wird der Heilige Vater als Zeichen der Begegnung und des gemeinsamen Pilgerns das extra für ihn gestaltete Pilgertuch, auf welchem das Motto auf Lateinisch, sein Wappen und eine Karte aller Farben der Wallfahrtstücher aufgebracht sind, überreicht bekommen.

Und vielleicht wird ja der Heilige Vater morgen ebenfalls Gefallen am Tausch seines Pilgertuchs mit einer der Ministrantinnen oder einem der Ministranten finden.