Ein Fest in den Gärten des Vatikans

Der Circolo di San Pietro lädt 200 Arme zu einem Abendessen ein

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 488 klicks

Mehr als 200 Arme nahmen an dem vom „Circolo di San Pietro“ (Bund des heiligen Petrus) zu Ehren von Papst Franziskus organisierten Fest in den vatikanischen Gärten teil.  Das Abendessen wurde von den ehrenamtlichen Mitgliedern vor der Grotte von Lourdes gestaltet und serviert. Neben dem Präsidenten des Bundes, Graf Leopoldo Torlonia, war der Präsident des Gouverneurssitzes der Vatikanstadt, Kardinal Giuseppe Bertello anwesend, die ebenfalls die Anwesenden bewirteten. Der geistliche Berater des Bundes, Msgr. Franco Camaldo, zeigte sich gegenüber Radio Vatikan äußerst zufrieden über den Verlauf des Abends. Einige Teilnehmer hätten Briefe an den Heiligen Vater abgegeben, die ihm in den folgenden Tagen zusammen mit Fotos vom Abend überreicht werden sollen.

Der „Cicolo di San Pietro“  wurde 1869 von Jugendlichen aus dem gehobenen Bürgertum und adligen römischen Familien gegründet. Sie wollten unter der Leitung des Kardinals Iacobini dem Papst gegenüber ihre Treue unter Beweis stellen und ihn vor antiklerikalen Angriffen schützen. Pius IX. schätzte ihre Solidarität sehr und vertraute ihnen einen Auftrag  zur Unterstützung der Armen an. Die Papstaudienz, in der sie damit beauftragt wurden, war der Beginn der vielfältigen karikativen Tätigkeiten des Bundes in der Diözese, die bei den Römern seit mehr als einem Jahrhundert geschätzt werden und  die die „Suppe des Papstes“ genannt werden. Das Kennzeichen des Bundes besteht, neben seiner bedingungslosen Treue zur Kirche, in der Unterstützung der Armen. Ihre Tätigkeiten, die in verschiedene Kommissionen aufgeteilt sind, wenden sich allen Formen der menschlichen Armut zu.

So wurde auf Wunsch von Pius IX. eine Kommission gegründet, die sich um die Verpflegung der Armen kümmern sollte. Er schenkte dem Bund die Töpfe der päpstlichen Armee, damit den Armen immer eine warme Suppe angeboten werden könne. Heute werden etwa 50.000 Mahlzeiten pro Jahr in drei verschiedenen Stadtteilen Roms an die Bedürftigen weitergegeben. Die Kommission „Nachtasyl“ hingegen gibt Obdachlosen mit 50 Plätzen eine sichere und saubere Unterkunft für die Nacht.