Ein Gebet von Herzen öffnet die Tür zu Gott und schafft Wunder

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 482 klicks

Ein Herz, das in der Lage sei, zu beten und zu verzeihen — daran erkenne man einen Christen. Dies erklärte Papst Franziskus in der heutigen Predigt während der Messe in Santa Marta. Das heutige Evangelium (Lk 10,38-42) handele von Marta, deren Verhalten den Gläubigen zeige, dass das Gebet Wunder schaffe.

Die beiden Figuren Marta und Jona der heutigen Liturgie seien beide mit der gleichen Unfähigkeit gestraft gewesen, da sie nicht beten konnten, so die Worte von Papst Franziskus. Er zitierte die Worte Jesu: „Maria hat das Bessere gewählt“, und das sei das Gebet.

„In den Augen der Schwester handelte es sich um einen Zeitvertreib, wie ein überraschtes kleines Mädchen den Herrn anzuschauen. Der Herr sagt: ‚Das ist das Bessere‘, weil Maria dem Herrn zuhörte und mit dem Herzen betete. Und der Herr sagt uns: ‚Die erste Aufgabe im Leben ist diese: Das Gebet.‘ Aber nicht das Gebet mit Worten, wie Papageien; sondern das Gebet, das Herz: den Herrn anschauen, dem Herrn zuhören, den Herrn bitten. Wir wissen, dass das Gebet Wunder schafft.“

Der Fehler Martas bestehe darin, einen Dienst zu verrichten, der jede Innerlichkeit ausschließe:

„Das tat Marta: Aber was tat sie genau? Aber sie betete nicht! Es gibt noch andere Dickköpfe wie Jona, die Scharfrichter. Er ging und prophezeite, aber in seinem Herzen sagte er: ‚Sie verdienen es. Sie verdienen es. Sie haben es verdient!‘ Er prophezeite, aber betete nicht! Er bat den Herrn nicht um Verzeihung für sie. Er schlug sie nur. Es sind die Scharfrichter, die sich für etwas Besseres halten. Am Ende zeigt sich, dass er ein egoistischer Mann war, er wurde über den Herrn wütend: ‚Immer bist du so. Du verzeihst immer!‘

Papst Franziskus sagte, wenn das Gebet nur eine Formel ohne Herz ist, wie der Pessimismus oder der Wunsch nach einem Rechtsspruch ohne Gnade, das sind die Versuchungen, vor denen sich der Christ immer hüten muss, um das „Bessere zu wählen.“

„Wenn wir nicht beten, verschließen wir dem Herrn die Tür. Und nicht beten heißt: dem Herrn die Tür verschließen, damit er nichts tun kann. Das Gebet vor einem Problem, einer schwierigen Situation bedeutet, dem Herrn die Tür zu öffnen, dass er komme. Denn er erneuert die Dinge, er weiß die Dinge zu richten, in Ordnung zu bringen. Beten bedeutet: dem Herrn die Tür zu öffnen, damit er etwas tun kann. Aber wenn wir die Tür schließen, kann der Herr nichts tun! Denken wir an diese Maria die sich für das Bessere entschlossen hat und uns den Weg zeigt, wie man die Tür dem Herrn öffnet.“