Ein „geistlicher Thriller“ erobert den spanischen Buchmarkt

„Das Blut des Pelikans“ von Miguel Aranguren

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MADRID, 17. Oktober 2007 (ZENIT.org).- „Das Blut des Pelikans“ („La sangre del pelícano“), der neue Roman des katholischen Schriftstellers Miguel Aranguren, ist überraschend zu einem der meistverkauften Bücher in Spanien avanciert.



Der 37 Jahre alte Autor erklärte im Gespräch mit einem Mitarbeiter der spanischen ZENIT-Redaktion, dass ihm die Idee zu seinem „geistlichen Thriller“ gekommen sei, als er über die subtilen Machenschaften derer reflektiert habe, die im Lauf der Geschichte versucht haben, die Kirche in Misskredit zu bringen.

Sein neues Werk beginnt in den Gärten der Villa Borghese in Rom. Mit dem Fund einer enthaupteten Leiche im Wäldchen der Villa nimmt die Offenbarung einer ungeheuren Intrige ihren Lauf. Der Entdecker der Leiche ist ein Pfarrer namens Albertino Guiotta. Er war dem Hinweis eines Fremden gefolgt, der ihm im Beichtstuhl aufgesucht und ihn gebeteten hatte loszuziehen. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass eine satanische Sekte für den Mord verantwortlich ist.

Mysteriöse Ereignisse werden in dem Buch miteinander verknüpft: hinter Klostermauern in Albaicín (Granada) genauso wie in Kantum (China), wo die Katholiken unter strengster Verfolgung vieles zu ertragen haben.

Aranguren spinnt darüber hinaus noch zwei andere Gedankengänge: Im laizistischen und rationalistischen Frankreich taucht ein besessner Gnostiker auf, der danach trachtet, den Papst mit seinen übernatürlichen Kräften anzugreifen. Und vor den Vereinten Nationen entbrennt die Gegnerschaft zweier Frauen.

Der Hintergrund des Romans, so Aranguren gegenüber ZENIT, sei die Konfrontation mit dem Kampf zwischen Gut und Böse. „Tugend und Laster, Sünde und Gnade: diese antagonistischen Konzepte sind im Roman ständig gegenwärtig.“ Er wolle aufzeigen, dass es eine Wirkungsgeschichte des Bösen gebe, die sich in den letzten 100/ 150 Jahren mit Hilfe von gewissermaßen objektiven Spuren der „Kultur des Todes“ nachzeichnen lasse – wenn man die Realität von Abtreibung, die Manipulation von Embryonen und die Sterbehilfe in den Blick nehme.

Das Bild des Pelikans sollte inmitten der dunklen Machenschaften an die ersten Christen erinnern, die im Pelikan, der bereit ist, seine Brut mit dem Blut aus der eigenen Brust zu nähren, eine Analogie zur rettenden und erlösenden Hingabe Jesu Christi sähen. Sein Opfertod habe den Christen der Urkirche, die den „schrecklichen Verfolgungen der Kirchengeschichte ausgesetzt waren“, Trost und Hoffnung geschenkt. Das Symbol des nationalsozialistischen Hakenkreuzes, das zusammen mit dem Pelikan das Titelbild des Romans bestimmt, soll nach Angaben von Aranguren zeigen, „wie der Teufel in Personen wie Adolf Hitler und anderen Schuften in der Geschichte willige Werkzeuge fand“.

So mischen sich in „Das Blut des Pelikans“ Realität und Fiktion. Das Auftreten von Mutter Teresa von Kalkutta und Johannes Paul II. wird in eine fiktive Geschichte eingefügt, um auf die Macht von heiligmäßigen Menschen zu verweisen, die sich den Machenschaften diabolischer Intriganten nicht gebeugt, sondern ihnen vielmehr die Stirn geboten haben. Durch solche Menschen gelinge es P. Albertino schließlich, eine satanische Gruppe zu verlassen und der priesterlichen Berufung zu folgen. Mehr wollte Aranguren ZENIT allerdings nicht verraten.