Ein Glaube ohne Taten ist kein Glaube

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 395 klicks

Papst Franziskus widmete die heutige Messe in Santa Marta dem 90. Geburtstag des emeritierten Erzbischofs von Florenz, Kardinal Silvano Piovanelli, und dankte ihm für seine Arbeit und seine Güte. In seiner Predigt sagte der Papst, ein Glaube, der nicht auch durch Taten Früchte trage, sei kein echter Glaube. Er sagte, die Welt sei voller Christen, die viel die Worte des Glaubensbekenntnisses aufsagten, aber nur sehr wenig ihre Worte in die Tat umsetzten. Der Pontifex bezog sich in seinen Worten auf die erste heutige Lesung (Jak 2,14-24.26).

„Auch wir täuschen uns diesbezüglich oft: ‚Aber ich bin sehr gläubig‘, hören wir sagen. ‚Ich glaube an alles, an alles...‘. Und der Mensch, der dieses sagt, hat ein schwaches Leben. Sein Glaube ist wie eine Theorie, aber er ist in seinem Leben nicht lebendig. Der Apostel Jakobus spricht, wenn er vom Glauben spricht, tatsächlich von der Doktrin, davon, was der Inhalt des Glaubens ist. Ihr könnt alle Gebote kennen, die Prophezeiungen, alle Glaubenswahrheiten; aber wenn das keine Praxis findet, nützt es nicht. Wir können das Glaubensbekenntnis theoretisch aufsagen, auch ohne Glauben, und es gibt viele Menschen, die das so machen. Selbst Dämonen können das! Die Dämonen wissen sehr gut, was im Glaubensbekenntnis steht und wissen, dass es die Wahrheit ist“.

Der Pontifex sagte, auch die Dämonen seien gläubig, jedoch bedeute dies nicht zwangsläufig, ein Gewissen zu haben und in der Lage zu sein, die Botschaft Gottes zu empfangen. Im heutigen Evangelium (Mk 8,34-38.9,1) könne man zwei Zeichen beobachten, an denen man erkenne, wer wisse was man glauben sollte, aber selber keinen Glauben habe. Das erste Zeichen sei die „Statistik“, und werde von denjenigen repräsentiert, die Jesus fragten, ob es recht sei, die Steuern zu zahlen. Das zweite Zeichen sei die „Ideologie“:

„Die Christen, die den Glauben als ein System von Ideen ansehen, als etwas Ideologisches: Diese gab es auch zur Zeit Jesu. Der Apostel Jakobus sagt von ihnen, sie seien der Antichrist, die Ideologen des Glaubens. Zur Zeit Jesu waren es die Gnostiker, und es gab sicher viele… Und so verfallen diese der Statistik oder sie verfielen der Ideologie; sie waren Christen und kannten die Lehre, jedoch ohne Glauben, wie die Dämonen.“

Papst Franziskus sagte, im Evangelium gebe es viele, die die Lehre nicht kennen würden, aber sehr viele, die Glauben hätten.

„Der Glaube ist eine Begegnung mit Jesus Christus, mit Gott, und da wird er geboren und bringt einem zum Glaubenszeugnis. Das ist es, was der Apostel sagen will: Ein Glaube ohne Taten, ein Glaube, der dich nicht einnimmt, der dich nicht zum Glaubenszeugnis führt, ist kein Glaube. Es sind Worte, nichts als Worte“.