Ein großer Christ des 20. Jahrhunderts

Zum 20. Todestag von Jérôme Lejeune

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 334 klicks

Am 4. April 1994 schrieb der selige Johannes Paul II. anlässlich des Todes von Jérôme Lejeune: „Als Biologe und Wissenschaftler war er vom Leben begeistert. Auf seinem Gebiet war er eine der anerkanntesten Autoritäten auf der ganzen Welt. Zahlreiche Einrichtungen luden ihn ein, Vorträge zu halten, und baten ihn um seinen Rat. Er wurde sogar von denen geachtet, die seine tiefsten Überzeugungen nicht teilten.“

Jérôme Lejeune wurde am 13. Juni 1926 in Montrouge geboren. Nach dem Medizinstudium widmete er sich der Forschung. Im Juli 1958 entdeckte Lejeune die genetische Ursache für das Down-Syndrom. Für seine Forschung wurde Lejeune 1962 mit dem Kennedy-Preis ausgezeichnet. 1964 bekleidete er den neugegründeten Lehrstuhl für Genetik an der Medizinischen Fakultät in Paris. 1969 wurde er mit dem „William Allen Memorial Award“ ausgezeichnet. 1974 folgten die Mitgliedschaft in der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. 1994 wurde Lejeune zum Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben ernannt. Der selige Johannes Paul II. schrieb 1994 dazu: „ Ich möchte ihm insbesondere dafür danken, dass er damals die Initiative zur Einrichtung der Päpstlichen Akademie für das Leben ergriff. Prof. Lejeune war lange Jahre Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften; er bereitete alles Notwendige zu dieser Neugründung vor, deren erster Präsident er wurde.“

Jérôme Lejeune, den der selige Johannes Paul II. als „großen Christen des 20. Jahrhunderts“ bezeichnete und einen Menschen nannte, „für den die Verteidigung des Lebens zum Apostolat wurde“, starb am 3. April 1994.

Der selige Johannes Paul II. würdigte den Verdienst von Jérôme Lejeune: „Er ist ein unermüdlicher Verteidiger des Lebens geworden, vor allem des Lebens ungeborener Kinder, das in unserer zeitgenössischen Gesellschaft so großen Gefahren ausgesetzt ist, dass man an eine geplante Bedrohung denken könnte. Heutzutage sind davon auch die älteren und kranken Menschen gefährdet. Die vom Menschen eingesetzten Instanzen, die demokratisch gewählten Parlamente, maßen sich das Recht an, zu entscheiden, wer ein Recht auf Leben hat und wem wiederum dieses Recht auf Leben ohne jegliches Verschulden abgesprochen werden kann. Unser Jahrhundert hat schon verschiedene Erfahrungen mit einer solchen Geisteshaltung gemacht, vor allem während des Zweiten Weltkriegs und auch nach Kriegsende. Professor Jérôme Lejeune hat die besondere Verantwortung des Wissenschaftlers in vollem Umfang auf sich genommen: Er war bereit, zum ‚Zeichen des Widerspruchs‘ zu werden, ohne sich um den Druck seitens der freizügigen Gesellschaft zu kümmern oder um die Verfemung, der er ausgesetzt war.“

2007 wurde das Seligsprechungsverfahren für Jérôme Lejeune eingeleitet. Mittlerweile liegt die entsprechende Dokumentation in Rom vor. Anlässlich des 20. Todestags von Jérôme Lejeune sind verschiedene Messen und Feierlichkeiten geplant, so z.B. eine Messe in Notre Dame in Paris unter dem Vorsitz von Kardinal André Vingt-Trois.