"Ein großes Fest"

Papst Franziskus besucht überraschend jesuitische Sogang Universität

Rom, (ZENIT.org) Redaktion | 315 klicks

Gestern ließ Papst Franziskus gleich zwei Programmänderungen vornehmen. Der geplante Hubschrauberflug von Seoul nach Daejeon wurde durch eine Zugfahrt ersetzt. Außerdem besuchte der Heilige Vater nach dem Treffen mit den asiatischen Jugendlichen, das am Heiligtum von Solmoe stattfand, die jesuitische Sogang Universität, die 1960 gegründet wurde.

Über die Einzelheiten dieses Treffens berichtet Pater Antonio Spadaro SJ, Direktor der Zeitschrift „La Civiltà Cattolica“, der auf seinem Blog „Cyberteologia“ bekanntgab, der Papst sei bei seinem Erscheinen mit lautem Applaus empfangen worden. Alle Anwesenden haben sich persönlich vorgestellt, jedoch aufgeteilt nach ihrer Tätigkeit: erst die in Ausbildung befindlichen Jugendlichen, dann die Novizen, dann jene, die sich mit dem geistlichen Apostolat befassen, mit dem Jugendapostolat, mit dem gesellschaftlichen Apostolat. Die Begegnung wurde zu einem großen Fest.

Spadaro, der die Worte des Papstes mit seinem iPhone aufgenommen hat, berichtet, der Heilige Vater habe diese Feststimmung sehr genossen. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache habe er frei gesprochen und eine „einfache aber wirkungsvolle Rede“ gehalten, „in deren Mittelpunkt ein Wort stand, das für uns Jesuiten von grundlegender Bedeutung ist: Trost, der geistige Trost.“

Dieser Trost entspringe aus „der spürbaren Anwesenheit Gottes“, so der Papst, der seine Mitbrüder daran erinnerte, dass der heilige Ignatius von Loyola immer versucht habe, „jede Entscheidung über eine Lebensveränderung und jede Wahl in einen anderen Lebensstand dadurch zu überprüfen, dass sich dieser Trost einstellte.“

„Trost ist immer schön für den, der ihn empfängt“, erklärte der Heilige Vater. Jedoch sei es „sehr schwer, Trost zu spenden“. Weiter sagte der Papst: „Es ist ein typisches Wirken Gottes, Trost zu spenden, sein Volk zu trösten. Wenn jemand ein Leid durchlebt und es versteht, dies mit Liebe zu tun, dann wird diese Liebe zu einem Samen des Trostes für diesen Menschen.“

„Das Volk Gottes braucht diesen Trost, ‚el consuelo‘; es will getröstet werden“, fuhr der Heilige Vater fort. Und er wiederholte das berühmt gewordene Bild der heutigen Kirche als „Feldlazarett“, in dem die „vielen, vielen Wunden gepflegt werden, die Trost benötigen“.

„Es gibt keine Wunde, über die die Liebe Gottes nicht hinwegtrösten kann“, bekräftigte Franziskus und forderte die Jesuiten auf, in ihrem Leben „Jesus Christus zu suchen, um seine Liebe zu den leidenden Menschen zu tragen, damit sie ihre Wunden heile und ihnen Trost gebe.“

Denn genau so handle Gott an uns. Das Gleichnis vom Verlorenen Sohn, das eine Gruppe Jugendlicher gestern Nachmittag im Heiligtum von Solmoe in Szene gesetzt hatte, „zeigt uns deutlich das Verhalten Gottes vor unseren Wunden“, betonte der Papst. „Gott tröstet uns immer, hofft immer, vergisst immer, vergibt immer.“