Ein historisches Ereignis

Pater Federico Lombardi über den Papstbesuch auf Lampedusa

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 346 klicks

Der Direktor der Pressestelle des Vatikans, Pater Federico Lombardi, zeigte sich von dem gestrigen Besuch des Papstes auf der Insel Lampedusa tief bewegt und sprach von einem „unglaublichen Ereignis, sehr ereignisreich, historisch und bedeutend, und das innerhalb weniger Stunden.“ Der Papst sei von der Gastfreundlichkeit der Lampeduser sehr berührt gewesen und dankte ihnen bei seiner Abreise mit den Worten: „Ich lade alle dazu ein, mit der beispiellosen Aufnahme dieser Menschen in Schwierigkeiten, mit der Verantwortung für sie fortzufahren und sie weiterhin in die Häuser einzuladen. Das ist sicherlich eine der wichtigsten Botschaften dieser Reise.“ Dem Papst liege sehr viel daran, dass die Bedeutung dieser Reise deutlich werde, so Lombardi. Wie er in seiner Predigt sagte, gehe es vor allem darum, um diejenigen zu weinen, die auf dem Weg in ein besseres Leben gestorben seien.

Natürlich sei gestern auch der Tag eines großen christlichen Festes gewesen, so Lombardi weiter, es habe eine Erneuerung unseres Bewusstseins stattgefunden. So dürfe die Kraft der Liturgie nicht vergessen werden, die auch eine Liturgie der Buße und Umkehr mit wichtigen Botschaften an die Verantwortung  gewesen sei. Die Botschaft des Papstes sei auch auf internationaler Ebene mit großer Aufmerksamkeit aufgenommen worden, was den Pontifex sehr gefreut habe.

Es handele sich demnach um eine sehr positive Bilanz dieser Reise, die innerhalb von vier Stunden der Welt ein bleibendes Zeugnis hinterlassen habe, von dem zu hoffen bleibe, dass es fortbestehe, so Lombardi. Der Papst schließe niemanden bei seinem Appell an die Verantwortung aus, so Lombardi weiter. Der Pontifex spreche immer an das Gewissen aller. Doch stelle er zudem auch die eigene Person in Frage und schließe sich nicht aus. Es gehe nicht um die Anschuldigung einer bestimmten Person oder Gruppe, sondern um die Verantwortung alle, die in irgendeiner Form helfen könnten. Die Konsequenzen dieser Reise seien ökonomischen, sozialen und politischen Charakters.

Papst Franziskus sei für seinen Dialog mit allen bereits bekannt, so Lombardi, was auch die Wünsche an die Muslime zum Ramadan zeigten. In den ersten Monaten seines Pontifikats habe er zu mehreren Anlässen seine große Bereitschaft für einen ökumenischen Dialog gezeigt, was nicht zuletzt auf seinen großen Erfahrungshorizont mit den verschiedenen Religionen zurückzuführen sei.

Lombardi sagte zu Radio Vatikan, er hoffe, dass diese Reise all das bewirke, was sich Papst Franziskus davon erhofft habe. Eine Einladung an die Verantwortung aller, sich für eine bessere Zukunft einzusetzen und die Augen nicht vor Problemen dieser Welt zu verschließen.