Ein Leben auf der Suche nach der Wahrheit

Endlich zuhause: Ein Konvertit erzählt

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 812 klicks

Im Gespräch mit der katholischen Publizistin Felizitas Küble aus Münster erzählt in einer Neuerscheinung des Dominus-Verlags mit dem Titel „Endlich zuhause“ der im Januar dieses Jahres im Alter von nur 40 Jahren verstorbene Konvertit Volker Jordan (1972-2013) seinen spannenden Glaubens- und Lebensweg und lädt ein, „nach Hause“ zu kommen, was für ihn bedeutete, katholisch zu werden. Die leicht zu lesende Interview-Form bietet jedem Leser unmittelbaren Zugang zu der geistigen Entwicklung des Konvertiten.

Volker Jordan verfügte über eine herausragende intellektuelle Bandbreite. Sie zeigt sich in hervorragenden Übersetzungen ebenso wie in eigenen Veröffentlichungen des studierten Historikers.

Seine Suche führte den protestantisch Getauften durch 14 christliche Konfessionen. Auf Jordan kam wie für alle Konvertiten die Untersuchung der „Reizthemen“ im Zusammenhag mit der katholischen Kirche zu, zum Beispiel die Lehre vom Fegefeuer, die Heiligenverehrung und besonders auch die Stellung von Maria. Der unermüdliche Sucher machte sich in seiner Lektüre alles vetraut, von der Hl. Schrift bis zu den Kirchenvätern, so dass er mit apologetischer Treffsicherheit die „Knackpunkte“ der Unterscheidung darstellen konnte.

Einer der wichtigen Gründe, die ihn zur Konversion veranlasst haben, war die Unüberschaubarkeit und Uneinheitlichkeit der christlichen Glaubensgemeinschaften, in denen sich nach seiner Auffassung eben nicht die „Una Sancta Ecclesia“ darstellt, sondern eine eher „individualistische Grundhaltung”. Er sagt hierzu unter anderem:„Es geht nicht an, dass sich eine Gruppe nach der anderen bildet und dass jeder Gründer selbst hierfür der Maßstab ist.” (S.56)

Die Echtheit des Glaubens von Volker Jordan zeigt sich in der Tatsache, dass der unheilbar an Krebs Erkrankte hoffnungsvoll bekannte: „Wir können überzeugt sein, daß Gott uns keine größeren Leiden auferlegt, als wir zu tragen vermögen. Das ist auch bisher meine persönliche Erfahrung.“ (S.106)

In der Verlagsbeschreibung heißt es:

„Volker J. Jordan war ein Christ, der sein Leben lang auf der Suche nach der wahren Kirche und dem unverfälschten christlichen Glauben war. Auf diesem Weg ließ er kaum eine christliche Gemeinschaft aus, der er sich nicht wenigstens eine Zeitlang angeschlossen hätte. Er lernte evangelisch-lutherisches, freikirchliches, pfingstlerisches, darbystisches, presbyterianes, orthodoxes und schließlich katholisches Christentum kennen. Dabei gelangte er allmählich „zu der Überzeugung, daß die katholische Kirche die ganze Fülle des Heils, der Sakramente und der Heilsgnaden in sich birgt.“

Warum diese Mühen? Warum dieser häufige Konfessionswechsel? Viele werden diese konfessionelle „Irrfahrt“, seinen „Streifzug durchs Dickicht der Konfessionen“ nicht verstehen können, weil sie es für gleichgültig halten, welcher christlichen Konfession man angehört. Glauben wir Christen denn nicht alle dasselbe? Sind die konfessionellen Unterschiede nicht alle unwichtig oder längst beiseite geräumt?

Können wir als Christen nicht alle in den jeweiligen „Kirchen“ verbleiben und uns in „versöhnter Verschiedenheit“ zum „Brechen des Brotes“ zusammenfinden? Was bewegt einen suchenden Menschen, wenn er sich derart ernsthaft mit der Wahrheitsfrage des christlichen Glaubens auseinandersetzt und nicht in einer konfessionellen Gemeinschaft verharren kann, die eben nicht die Fülle des katholischen Glaubens bietet?“

Neben zahlreichen sehr persönlichen Erfahrungen in den verschiedenen Glaubensgemeinschaften — wie der Begegnung mit dem charismatischen, Purzelbäume schlagenden Prediger „Jucki“ — enthält das Buch fundierte wertvolle Informationen über die Glaubensinhalte der beschriebenen Gruppierungen.

Buchtipp:
Volker Joseph Jordan, 
Endlich zuhause, Mein Weg zur Kirche
Dominus-Verlag

Augsburg 2013, 352 Seiten. Paperback.
ISBN 978-3-940879-29-5, 14,80 €