Ein Leben aus der Hoffnung: Benedikt XVI. über den Starkmut von Kardinal Van Thuân

Empfang für die Offiziale und Mitarbeiter des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden

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ROM, 17. September 2007 (ZENIT.org).- Anlässlich des fünften Todestages von Kardinal François-Xavier Nguyên Van Thuân (16. September 2002) empfing Papst Benedikt XVI. am Montagvormittag die Offiziale und Mitarbeiter des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, also jenes Dikasteriums der Römischen Kurie, das der vietnamesische Kardinal von 1998 bis zu seinem Tod geleitet hatte.



In seiner Ansprache hob der Papst das leuchtende Glaubenszeugnis hervor, das „uns dieser wirklich heldenhafte Hirte hinterlassen hat“. Wenige Jahre vor seinem Tod war „Bischof Franz Xaver“, wie er gerne genannt worden war, von Papst Johannes Paul II. nach Romgerufen worden, wo er sich um die Veröffentlichung des „Kompendiums der Soziallehre der Kirche“ kümmerte.

Benedikt XVI. betonte die einfache Herzlichkeit des Kardinals sowie dessen Fähigkeit zum Dialog. Zugleich erinnerte er seine Gäste an die großen Visionen, die Van Thuân beseelt und die dieser auf einfache Weise darzulegen verstanden hatte. Zugleich würdigte der Heilige Vater den unermüdlichen Einsatz des vietnamesischen Kardinals, wenn es um die Verbreitung der Soziallehre der Kirche unter den Armen der Welt und um die Verbreitung des Evangeliums auf seinem Kontinent ging, sowie an dessen Fähigkeit, die verschiedenen Werke der tätigen Nächstenliebe und der Förderung der menschlichen Person selbst in den entlegendsten Winkeln der Erde zu koordinieren und voranzutreiben.

„Kardinal Van Thuân war ein Mann der Hoffnung: Er lebte von der Hoffnung, und er verbreitete sie unter allen, denen er begegnete“, so Papst Benedikt. Dank dieser starken Hoffnung habe er großes physisches und moralisches Leid tragen können. Die Hoffnung habe ihn im Lauf der 13 Jahre durchgetragen, die er als Bischof getrennt von seiner Gemeinde verbringen musste. Und „die Hoffung half ihm, in der Absurdität der ihm zugestoßenen Ereignisse einen Plan der Vorsehung Gottes auszumachen“.

Die Nachricht der tödlichen Krebskrankheit habe Van Thuân fast zeitgleich mit der Nachricht seiner Ernennung zum Kardinal durch Papst Johannes Paul II. ereilt, berichtete Benedikt XVI., der in diesem Zusammenhang an einen Ausspruch des Kardinals denken musste, den dieser gern wiederholt hatte: „Der Christ ist der Mensch des Jetzt, des gegenwärtigen Moments, der in der Liebe Christi anzunehmen und zu leben ist.“

Gerade diese Bereitschaft und Fähigkeit, die gegenwärtige Stunde zu leben, scheint in den Augen Benedikts XVI. das Geheimnis der Gotteshingabe Kardinal Van Thuâns zu sein: „die evangeliumsgemäße Einfachheit, die wir alle in ihm bewundert haben“.