Ein Leben und Wirken im Vertrauen auf die Nähe und Liebe Gottes

Erzbischof Zollitsch beim Dankgottesdienst zum Pontifikatsende in Rom

Rom, (ZENIT.orgDBK PM) | 845 klicks

Anlässlich des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, heute einen Dankgottesdienst in der Kirche Santa Maria in Traspontina gefeiert. Erzbischof Zollitsch würdigte Benedikt XVI. als Person, die „sich selbst so treu geblieben ist, wie selten ein Mensch – einfach, weil er Christus und seiner Botschaft treu geblieben ist“.

Vor mehreren hundert Pilgern ging Zollitsch in seiner Predigt auf die großen Herausforderungen für das Papstamt im 21. Jahrhundert ein. Benedikt XVI. habe sich auf dem Stuhl Petri in einer Epoche befunden, die einerseits von großen gesellschaftlichen Umwälzungen und enormen wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen, andererseits aber auch durch ein noch nie da gewesenes Zusammenrücken der Menschheitsfamilie geprägt sei. Entscheidend sei es für den Papst gewesen, stets als „demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn“ zu wirken, der sich von Christus selbst geführt und geleitet wisse. 

Papst Benedikt XVI. sei als großer Theologe stets vom Zweiten Vatikanischen Konzil geprägt gewesen. Zollitsch zitierte Papst Benedikt XVI. in seiner Bilanz des Konzils: „Jetzt 50 Jahre nach dem Konzil erleben wir, wie das wahre Konzil mit seiner ganzen spirituellen Kraft zum Vorschein kommt.“ Es sei daher „unsere Aufgabe, in diesem Jahr des Glaubens, daran zu arbeiten, dass das wahre Konzil in der Kraft des Heiligen Geistes verwirklicht und die Kirche wahrhaft erneuert wird.“

„Wie viel Widerspruch, Ablehnung, Verständnislosigkeit und Desinteresse unser Glaube derzeit erfährt, war auch Papst Benedikt XVI. bestens vertraut; auch die Versuche, den Glauben ins Private zurückzudrängen, und nicht zuletzt die schrecklichen Christenverfolgungen in vielen Ländern der Erde“, so Zollitsch. Papst Benedikt XVI. habe es jedoch verstanden, der „markante Fels in der mitunter stürmischen Brandung des Zeitgeistes zu sein“, und zwar nicht zuletzt deshalb, weil es ihm immer wieder gelungen sei, „die Worte der Heiligen Schrift ins Hier und Heute zu übersetzen.“ 

Erzbischof Zollitsch zeigte sich dankbar für den persönlichen Kontakt mit Benedikt XVI., der ihm stets mit einer Haltung der Aufmerksamkeit und Wertschätzung begegnet sei. In seiner Wahl habe Papst Benedikt XVI. den Ratschluss Gottes erkannt und sein Amt als „Dienst am Dienst der anderen in unserer Gemeinschaft des Glaubens“ gesehen. „Diese ‚communio‘ wird im Papstamt sichtbar. Der Papst ist Zeichen der Gemeinschaft und Werkzeug der Einheit; er ist Garant der Einheit einer großen, weltweiten und in sich so vielgestaltigen Kirche.“ Dieser Auftrag erstrecke sich, so Zollitsch, „über die katholische Kirche hinaus auf den Dialog mit den Christen anderer Konfessionen“. Papst Benedikt XVI. habe in seinem Pontifikat deutlich werden lassen, dass es unverzichtbar zum Kern des Papstamtes gehöre, „sich einzusetzen und unermüdlich zu werben für das große Ziel der Einheit der Christen“. 

„Communio“ könne dort am ehesten entstehen und wachsen, wo sich die Menschen auf Augenhöhe und in gegenseitiger Wertschätzung begegnen. Als „Realist, der weiß, wo die wirklich tragenden Wurzeln unseres Lebens und Zusammenlebens liegen,“ habe Papst Benedikt XVI. daher auch immer wieder an die christlichen Wurzeln Europas erinnert. „Es geht um die Bereitschaft zur Versöhnung und die Haltung der Nächstenliebe. So stand unser Heiliger Vater ein für die Sorge um den Menschen, der Geschöpf Gottes ist und dessen Würde jeder einseitigen Zweckrationalität Einhalt gebietet“, so Erzbischof Zollitsch. 

Hinweis:

Die Predigt von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch im Dankgottesdienst in deutscher und italienischer Fassung finden Sie zum Herunterladen unter www.dbk.de.