Ein Papst für die Freude und für die Hoffnung

Benedikt XVI. besucht den Präsidentenpalast und richtet einen Gruß an die Kinder auf der Plaza de la Paz

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Von Salvatore Cernuzio

ROM, 25. März 2012 (ZENIT.org) – Den zweiten Tag seiner apostolischen Reise nach Mexiko begann der Heiligen Vater mit einer privaten Heiligen Messe in der Kapelle des Colegio Miraflores von León.

Um 17.00 Uhr verließ Benedikt XVI. die Residenza, um den Gouverneur von Guanajuato, Dr. Juan Manuel Oliva Ramírez und dessen Familie zu begrüßen. Anschließend brach er nach Guanajuato auf, die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates.

Bei seiner Ankunft auf der Plaza de la Santa Fé wurde der Papst vom Bürgermeister Dr. Edgar Castro Cerillo empfangen, der ihm die Schlüssel der Stadt überreichte.

Um 18.00 Uhr Ortszeit (01.00 am 25. März in Rom) besuchte der Heilige Vater den historischen Palast „Casa del Conde Rul“, den Sitz der örtlichen Regierung. Der  Präsident der Vereinigten Staaten Mexikos Felipe de Jesús Calderón Hinojosa und dessen Gemahlin erwarteten Benedikt XVI. bei der hinteren Eingangspforte des Gebäudes. So konnten sich die Gläubigen in der Zwischenzeit auf dem Platz vor dem Haupteingang versammeln.

Laut einer Meldung aus dem Präsidentenpalast der Republik Mexikos haben der Papst und das mexikanische Staatsoberhaupt in einem privaten Gespräch den Wunsch nach „Fortschritten auf dem Weg zur nuklearen Abrüstung und einer schnellstmöglichen Unterzeichnung des internationalen Regelwerkes über den Handel von kleinen und leichten Waffen“ geäußert.

Der Mitteilung zufolge haben Benedikt XVI. und Calderon während ihres ca. 30-minütigen Gesprächs „die gegenwärtigen globalen Herausforderungen kommentiert, denen sich  Mexiko und der Heilige Stuhl auf internationaler Ebene auf aktive Weise annehmen“.

Darunter befinden sich „die Erderwärmung und deren Konsequenzen; die Nahrungssicherheit und der Kampf gegen den Hunger in der Welt; der Wunsch nach einem Fortschritt in Richtung nuklearer Abrüstung und – wie zuvor schon erwähnt – die Notwendigkeit zur Schaffung eines internationalen  Regelwerks über den Handel mit kleinen und leichten Waffen angesichts der Tatsache, dass ihre Verbreitung zu einem Anstieg der Kriminalität und des organisierten Verbrechens geführt hat“.

Im Rahmen des Gesprächs kam es auch zu einem Zusammentreffen zwischen der vatikanischen Delegation unter der Führung des Staatssekretärs Kardinal Tarcisio Bertone und des Sekretärs für die Beziehungen mit den Staaten Erzbischof Dominique Mamberti und jener der mexikanischen Regierung in den Personen des Innen- und des Außenminister.

Im Anschluss daran kam es zur Vorstellung der Familienmitglieder des Präsidenten vor dem Heiligen Vater, zur Überreichung der Geschenke und der Vorstellung der Delegationen. Unmittelbar danach traf Benedikt XVI. mit einer Gruppe von Angehörigen von Opfern des organisierten Verbrechens zusammen, unter anderem mit der Mutter eines Polizisten, der Schwester eines Entführungsopfers und eine ehemalige Geisel.

Nach dem Höflichkeitsbesuch zeigte sich der Papst um 18.45 Ortszeit (01.45 am 25. März in Rom) in Begleitung des Erzbischofs von León, Mons. José Guadalupe Martín Rábago und von vier Kindern auf dem zentralen Balkon des Präsidentenpalastes und segnete die Kinder und die auf der Plaza  de la Paz versammelten Gläubigen.

„Es ist mir eine Freude, mit euch zusammen zu treffen und eure heiteren Gesichter zu sehen, die diesen schönen Platz erleuchten. Ihr nehmt einen sehr wichtigen Platz im Herzen des Papstes ein“, sprach Benedikt XVI. zu allen Kindern, die zugegen waren. Dabei gelte sein besonderer Beistand „den Leid tragenden, den Verlassenen“ und jenen, die aufgrund der Trockenperiode der letzten Monate „Gewalt und Hunger erleiden“.

Nachdem er eine Danksagung an den Begrüßungschor gerichtet hatte, verkündete der Papst: „Wir sind heute voll des Jubels. Gott will, dass unser Glück immer währt, denn er kennt uns und er liebt uns“. Der Papst erklärte, dass das Geheimnis dieses wahren und beständigen Glückes darin bestünde, „zuzulassen, dass die Liebe Christi unser Herz verwandelt“, sodass wir es vermögen, „die Welt als Sämänner und als Boten jenes Friedens zu verändern, für den Er sein Leben hingab“.

„Jesus möchte in das Leben eines jeden von euch eine Geschichte der Freundschaft  einschreiben“, betonte der Papst und ermutigte dazu, Christus „zu seinem besten Freund zu machen“, denn „Er hilft euch in den schwierigsten Lebenslagen und wird niemals müde euch zu ermuntern,  immer alle zu lieben und Gutes zu tun“.

„Der Jünger Jesu antwortet auf das Böse nicht mit Bösem, sondern ist immer ein Werkzeug des Guten, ein Bote der Vergebung, ein Überbringer der Fröhlichkeit, ein Diener der Einheit“.

Zur Menge der jungen Gläubigen richtete der Papst noch folgende Worte: „Ich bin gekommen, um euch meine Zuneigung spüren zu lassen. Jeder einzelne von euch ist ein Geschenk Gottes für Mexiko und für die Welt“.

Es folgte ein Appell an die Familien, an die Kirche, an die Schulen und alle Verantwortlichen der Gesellschaft, damit diese mit vereinten Kräften an einer „besseren Welt ohne Neid und ohne Spaltungen“ für die Kinder bauen, damit diese  beschützt und versorgt sind und „der Zukunft vertrauensvoll entgegenblicken können“, und ihr Lächeln nie vergehe.

An die Seligen Cristobal, Antonio und Giovanni, der jungen Märtyrer von Tlaxcala, erinnernd, ermutigte der Papst die jüngsten unter den Gläubigen dazu, ihrem Beispiel zu folgen: „Als sie Jesus zur Zeit der Ersten Evangelisierung Mexikos kennen lernten, entdeckten sie, dass es keinen größeren Schatz gibt als Ihn“. Von ihnen können wir lernen, dass man nicht erst ab einem bestimmten Alter lieben und dienen kann“, erklärte der Papst und lud ein „zur Teilnahme an der Sonntagsmesse, der Katechese , apostolischen Gruppen und zur Suche nach Orten des Gebetes, der Brüderlichkeit und der Barmherzigkeit“, um „zu einem christlichen Leben zu finden“.

Ein symbolischer Flug weißer Tauben bildete den Abschluss der Begegnung, zu der der Papst vor der Messe im parco del Bicentenario über seine jüngsten Kinder ganz Mexiko dazu eingeladen hatte, vertrauensvoll einer Zukunft echten Friedens und echter Brüderlichkeit entgegen zu blicken.

„Betet für alle, betet für mich – sagte er – Ich bete für euch, auf dass Mexiko zu einem lebendigen Feuer werde, in dem all seine Kinder in Frieden und Harmonie leben können“.

[Übersetzung des italienischen Originals von Sarah Fleissner]