Ein Plädoyer für das Leben: Wir haben es mit Gott zu tun, wenn ein Mensch geboren wird

Worte zu Weihnachten 2012 von Jugendbischof Marian Eleganti

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ZUG, 20. Dezember 2012 (ZENIT.org/Fisherman.FM). ‑‑ Weihbischof Marian Eleganti, der Jugendbischof für die deutsch-, rätoromanisch- und italienischsprechende Schweiz, richtet einige Worte zu Weihnachten an die jungen Menschen. Er plädiert für das Leben und erinnert daran, dass auf jedem Kind ein Ruf Gottes ruht. „Wir haben es mit Gott zu tun, wenn ein Mensch geboren wird, oder gehindert wird, geboren zu werden.“

Das Video, welches von Fisherman.FM produziert wurde, ist hier verfügbar.

Es folgt der volle Wortlaut der Weihnachtsbotschaft:

Liebe Jugendliche

Bei uns bringt die Initiative „Abtreibungsfinanzierung“ das Thema wieder auf die politische Agenda. Jährlich vernehmen wir die Horrorzahlen der weltweiten Abtreibungen. Unter dem Code-Wort „Reproduktive Gesundheit“ wird flächendeckend dafür gesorgt, dass die Möglichkeit zur Abtreibung sichergestellt bleibt. Ganze Gesellschaften schaffen sich ab durch Abtreibung, Verhütung und Kinderlosigkeit.

Weihnachten zeigt uns und lehrt uns, dass jedes Kind ein Geschenk ist, eine Berufung hat von Gott her. Der Heilige Paulus schreibt im Epheserbrief, dass wir von Ewigkeit her erwählt sind. Zum Lob seiner herrlichen Gnade. Gerade die Ereignisse vor der Geburt Jesu zeigen uns, dass jedes Kind von Gott her eine Sendung, einen Auftrag hat. Von Johannes dem Täufer sagt der Engel Gabriel zu Zacharias, dass er schon im Mutterleib vom Heiligen Geist erfüllt sein wird. Ihr habt richtig gehört. Schon im Mutterschoss wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein. Und in der Kraft und im Geist des Elija dem Herrn vorangehen. Auch die Sendung Jesu wird vom Engel offenbart: er wird gross sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.

Auf jedem Kind ruht ein Ruf Gottes. Wir existieren im Plane Gottes, noch bevor wir gezeugt wurden. Noch nie hatten wir ein so genaues, exaktes Wissen und so schöne Bilder über die vorgeburtliche Entwicklung eines Kindes. Wenn Bilder davon existieren würden, könnt ich mit Fug und Recht sagen: Das bin ich am ersten Tag meiner Existenz im Schoss meiner Mutter. Das bin ich nach 14 Tagen. Das bin ich im dritten Monat auf einem Ultraschallbild. Das bin ich im am Tag vor meiner Geburt. Das bin ich mit vier Jahren, als Kind, als Jugendlicher, im mittleren Alter, als Greis. Mein Aussehen hat sich immer verändert, sodass man meinen könnte, das wären verschiedene Wesen. Nein, ich bin es, von Anfang an. Und ich bin von Anfang an bei meinem Namen gerufen. Von Gott und von jenen die mich lieben und gewollt haben.

Liebe Jugendliche, ich erinnere auch an den Heiligen Bruder Klaus. Zu seinem Zeitgenossen Heimo Amgrund hat Bruder Klaus selbst von sich bezeugt, dass er schon im Mutterleib einen Stern sah, der in die Welt hinaus schien. Diesen Stern sah er auch später, als er im Ranft lebte. Und er meinte, dass dieser Stern im gleich sei, ja dass er eigentlich überzeugt sei, dass er selbst dieser Stern sei. Auch hat der gleiche Heimo Amgrund erzählt, dass er noch vor seiner Geburt im Mutterleib einen grossen Stein sah, dass er sein Wesen, die Festigkeit seines Wesens bedeute. Und dass er von seinem Vorhaben nicht ablassen soll, sondern beharrlich bleiben soll. So hat Bruder Klaus schon im Mutterschoss seine eigene Berufung gesehen. Das gibt zu denken, liebe Jugendliche. Denkt auch an eure eigene Berufung.

Freuen wir uns über die Geburt Jesu und über jedes Kind, das in diese Welt kommt, denn wir haben es mit Gott zu tun, wenn ein Mensch geboren wird, oder gehindert wird geboren zu werden.

Ich wünsche euch allen gesegnete Weihnachten und ein glückliches neues Jahr.