Ein „Schwede“ wird Provinzial der deutschen Jesuiten

Pater Stefan Dartmann SJ (Stockholm) wird am 31. Juli 2004 erster Provinzial der vereinigten deutschen Provinzen des Jesuitenordens.

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MÜNCHEN, 12. November 2003 (ZENIT.org).- Am 31. Juli 2004 werden die beiden deutschen Provinzen des Jesuitenordens vereinigt. Die neue deutsche Ordensprovinz umfasst das Gebiet von Deutschland, Dänemark und Schweden. Zum ersten Provinzial der Deutschen Jesuiten hat der Generalobere des Jesuitenordens in Rom, Peter-Hans Kolvenbach, Pater Stefan Dartmann aus Stockholm ernannt. Stefan Dartmann wird sein Amt am 31. Juli 2004 antreten. Mit Sitz im Provinzialat der Deutschen Jesuiten in München wird er die Leitungsverantwortung für die rund 450 Jesuiten übernehmen, die zu dieser Ordensprovinz gehören.



Zu den besonderen Neigungen des neuen Provinzials der Jesuiten zählt das Interesse an der Musik: Stefan Dartmann hat eine klassische Ausbildung in Querflöte und Orgel erhalten und absolvierte erfolgreich die so genannte C-Prüfung in Kirchenmusik als Organist und Chorleiter.

Stefan Dartmann ist Westfale. Am 26. Dezember 1956 wird er in Gelsenkirchen-Buer als drittes von vier Kindern des Arztes Dr. Hermann Dartmann und seiner Frau Helene geboren. Nach dem Abitur 1975 am Städt. Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen-Buer beginnt Stefan Dartmann das Studium der katholischen Theologie in Münster/Westfalen als Priesteramtskandidat der Diözese Münster. Nach seinem Vordiplom geht er für zwei Semester zum Theologiestudium nach Jerusalem.

1978 tritt er in die Norddeutsche Provinz der Gesellschaft Jesu ein. Nach dem zweijährigen Noviziat in Münster legt er 1980 die ersten Gelübde ab. Bei einer Reise der Novizen nach Schweden entdeckt er seine Liebe zu diesem Land, das geographisch zum Gebiet der Norddeutschen Provinz gehört. Diese Liebe zu Schweden und das Interesse an der dortigen Arbeit der Jesuiten wird seinen weiteren Weg im Orden bestimmen.

Nach dem Noviziat absolviert er ein zweijähriges Philosophiestudium an der Hochschule für Philosophie in München. Im Anschluss daran geht Dartmann im Rahmen eines ordensüblichen Praktikums für zwei weitere Jahre nach Schweden: In Stockholm ist er in der kirchlichen Jugendarbeit und als Betreuer in einer Einrichtung zur Reintegration drogen- und alkoholgefährdeter Jugendlicher tätig.

Sein Theologiestudium schließt Stefan Dartmann 1986 an der Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/Main mit dem Diplom ab. 1986 wird er in Stockholm zum Priester geweiht. Anschließend ist er zwei Jahre Kaplan an der vom Jesuitenorden betreuten Pfarrei St. Eugenia in der Stockholmer Innenstadt. Das im Jesuitenorden übliche Aufbaustudium absolviert er in Uppsala an der Religionswissenschaftlichen Fakultät der dortigen Universität. Das Tertiat, der letzte Ausbildungsabschnitt der Jesuiten, führt ihn 1992/93 nach Salamanca (Spanien). Die letzten Gelübde legt er 1994 in Stockholm ab, wo er seit 1993 bis heute als Pfarrer in St. Eugenia tätig ist.