"Ein starkes Signal an uns alle"

EU-Staaten: Solidarität mit Flüchtlingen

Rom - Berlin, (ZENIT.orgCaritas) | 319 klicks

„Die Reise von Papst Franziskus nach Lampedusa ist ein starkes Signal an uns alle, die Augen vor der Not von Migranten und Flüchtlingen nicht zu verschließen. Die EU-Staaten müssen endlich mehr Verantwortung für diese Menschen aus Nordafrika übernehmen", fordert Caritas-Präsident Peter Neher anlässlich des heutigen Besuchs des Papstes der Aufnahmelager auf der Insel Lampedusa.

Im Mittelmeer und an den Außengrenzen der EU ereignen sich täglich menschliche Tragödien. „Menschen, die diese lebensgefährliche Überfahrt auf sich nehmen, sind in einer verzweifelten Notlage. Nur wer keine andere Chance für sich und seine Familie sieht, macht sich auf einen solchen Weg“, so Neher.

Statt auf Abschottung zu setzen müsse die EU in einem fairen Verfahren prüfen, ob es sich um schutzbedürftige Flüchtlinge handelt, die einen Anspruch auf Asyl haben. „Dabei sollten sich die EU-Staaten solidarisch gegenüber diesen Menschen zeigen“, fordert Neher. Der Umgang mit allen Ankömmlingen müsse sich an der Menschenwürde orientieren.

In den letzten Wochen sind wiederholt über tausend Personen auf Lampedusa und an anderen Orten der süditalienischen Küste in Booten angelangt, die zumeist in Nordafrika gestartet waren. Viele dieser Menschen erreichen das Festland nicht. Sie erleiden Schiffbruch und ertrinken. Unter ihnen sind regelmäßig auch Familien mit Kindern. Diejenigen, die das Festland erreichen, landen meist in überfüllten Aufnahmelagern, wo sie teils unter unmenschlichen Bedingungen untergebracht sind. Es herrschen Enge und nicht hinnehmbare hygienische Bedingungen. "Alle Staaten der EU stehen in der Verantwortung, Lösungen zu finden, um die wiederkehrenden humanitären Tragödien im Mittelmeer und an den Außengrenzen der EU zu verhindern", so Neher.

Die italienische Caritas engagiert sich in den Aufnahmelagern der Insel Lampedusa und unterstützt und begleitet Migranten und Flüchtlinge in zahlreichen italienischen Städten und Orten. „Der Besuch des Papstes ist auch ein Zeichen der Wertschätzung und Würdigung der Arbeit der Kirche und ihrer Caritas für diese Menschen. Dafür sind wir sehr dankbar.“