Ein theologisches Werk von Roger Haight enthält "schwerwiegende Fehler"

Dem Autor von "Jesus: Symbol of God" ist die Lehrbefugnis entzogen worden

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ROM, 9. Februar 2005 (ZENIT.org).- In einer offiziellen Mitteilung hat der Heilige Stuhl klargestellt, dass das Buch "Jesus: Symbol of God" des US-amerikanischen Autors und Jesuitenpaters Roger Haight schwerwiegende Mängel in Bezug auf die Glaubenslehre der katholischen Kirche aufweist.



Das 1999 im Verlag "Maryknoll: Orbis Books" herausgebrachte Werk von Roger Haight, Professor für Systematische Theologie an der Weston School of Theology in Massachusetts, ist im Vatikan genau analysiert worden. Ergebnis: Das Werk habe "schwerwiegende lehrmäßige Fehler in Bezug auf den göttlichen und katholischen Glauben der Kirche". Konkret, so die Mitteilung der Glaubenskongregation, stelle Pater Haight Behauptungen auf, die sich gegen "die Göttlichkeit Jesu, die Dreifaltigkeit, den Heilswert des Todes Jesu, die Einzigartigkeit und die Universalität der Heilsvermittlungsrolle von Jesus und seiner Kirche" sowie gegen die Auferstehung Jesu" richten.

Aus diesem Grund sei dem Autor die Lehrbefugnis für katholische Theologie solange entzogen, solange er seine Ansichten nicht ändert und sie nicht vollkommen mit der Lehre der Kirche übereinstimmen, heißt es weiter in der von Joseph Kardinal Ratzinger und Erzbischof Angelo Amato unterzeichneten Erklärung, die in der italienischen Ausgabe des "Osservatore Romano" vom 7./8. Februar vollständig abgedruckt wurde.

Die Glaubenskongregation, der Kardinal Ratzinger und Erzbischof Amato jeweils als Präfekt und Sekretär dienen, habe seit 14. Februar 2000 mit dem Autor Gespräche geführt, um ihn auf die Fehler in seinem Buch aufmerksam zu machen und ihm Gelegenheit zu geben, seine Position zu erläutern.

Nach mehren Antworten des Jesuitenpaters – die letzte stammt vom 7. Januar des vergangenen Jahres – erklärte die Glaubenskongregation anlässlich ihrer ordentlichen Sitzung am 5. Mai 2004, dass das Werk fundamentale Wahrheiten des christlichen Glaubens leugnet.

Schuld daran sei laut vatikanischer Studie der Gebrauch einer "ungenauen theologischen Methode". Pater Haight vertrete die Auffassung, dass "die Tradition in der heutigen Situation", im Kontext einer pluralistischen Gesellschaft, kritisch zu rezipieren" sei. Haight vertrete die Auffassung, dass man deshalb "nicht weiter behaupten kann [...], dass das Christentum eine höhere Religion ist oder dass Christus im Vergleich zu anderen historischen Formen der Heilsvermittlung der absolute Mittelpunkt ist und jene relativ".

"In einer postmodernen Kultur ist es unmöglich, die Auffassung zu vertreten [...], dass eine Religion so tun kann, als ob sie das Zentrum ist, zu dem alle anderen zurückgeführt werden müssen", so der Theologe weiter.

In Bezug auf die Glaubenssätze über Jesus Christus behauptet der er, diese seien zwar nicht zu vernachlässigen, dürften aber nicht unkritisch wiederholt werden, denn: "In unserer Kultur besitzen sie nicht dieselbe Bedeutung wie zu jener Zeit, in der sie ausgearbeitet wurden. Deshalb muss man auf die klassischen Konzile verweisen, und sie auch explizit unserer heutigen Zeit gemäß interpretieren", schreibt der Theologe.

"Die Interpretation des Autors stellt sich nicht nur als eine unterschiedliche Lesart der Glaubenswahrheiten heraus, sondern sie ist mit ihrer wahren Bedeutung unvereinbar", resümiert die Glaubenskongregation.

Der vollständige Text dieser Mitteilung findet sich auf der Internetseite der italienischsprachigen ZENIT-Ausgabe.