Ein Überlebender der Shoa bei der Messe von Papst Franziskus

70. Jahrestag der großen Säuberungsaktion in Rom 1943

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 545 klicks

Enzo Camerino, ein Jude aus Rom, der die Säuberungsaktion vom16.Oktober 1943  überlebte und anschließend nach Auschwitz deportiert worden war, nahm am vergangenen Mittwoch, dem 70. Jahrestag des schrecklichen Ereignisses, an der Messe von Papst Franziskus teil, so der „Osservatore Romano“ vom 17. Oktober.

Die Tageszeitung von Vatikanstadt unterstrich die „signifikante Präsenz an einem signifikanten Tag“ und erinnerte an die Säuberungsaktion von vor 70 Jahren, bei der nur 16 Menschen – davon nur eine Frau – von 1024 Römern überlebten, aus ihren Häusern gerissen wurden und einige Tage später in das Konzentrationslager von Ausschwitz deportiert wurden.

Damals war Enzo Camerino 14 Jahre alt, seine gesamte Familie wurde deportiert. Nur er und ein Bruder, der heute nicht mehr am Leben ist, waren die einzigen, die 1945 zurückkamen. Heute leben noch zwei der Überlebenden, Enzo Camerino und Lello Di Segni. Am Mittwochmorgen trafen sie Präsident Giorgio Napolitano in der Großen Synagoge („Tempio Maggiore“) von Rom.

Die Gemeinschaft von Sant Egidio hatte für den gestrigen Tag in Erinnerung an den 70.Jahrestag der Säuberungsaktion der Nazis in Rom unter dem Motto „Keine Erinnerung ohne Zukunft“ einen Gedenkmarsch durch das Zentrum Roms organisiert, an dem mehrere hundert Menschen teilnahmen, darunter die Präsidentin des Oberhauses, Laura Boldrini und der Bürgermeister der italienischen Hauptstadt, Ignazio Marino.