Ein Wald und eine Konferenz zu Ehren von Kardinal Martini

Eine Initiative der Vereinigung Maimonide Milano in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese Mailand

Jerusalem, (Lateinisches Patriarchat) | 499 klicks

Am 16. Juni fand im Max Stern Yezreel Tal Institut (zwischen Nazareth und Afula) eine Konferenz im Gedenken an den verstorbenen Kardinal Carlo Maria Martini statt.

Die Initiative kam von der Vereinigung Maimonide Milano in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese Mailand. Organisiert wurde dieser Abend vom „Zentrum für jüdisch-christliche Studien“ des Max Stern Yezreel Tal Instituts und der ICCI (Interreligious Coordinating Council in Israel) von Jerusalem.

Unter den Teilnehmern waren auch italienische, jüdische und christliche Pilger. Die Schwester des Kardinals, Maris Martini, Kardinal Coccopalmerio und der Erzpfarrer des Doms von Milano, Gianantonio Borgonovo, waren gekommen sowie der Präsident der italienischen Rabbiner, Rav Richetti und Vittorio Bendaud, Präsident der Vereinigung Maimonide von Mailand. Der italienische Botschafter in Tel Aviv, Francesco Maria Talo, wie auch der lateinische Patriarchalvikar für Israel, Giacinto-Boulos Marcuzzo, gaben eine Begrüßungsrede. Auch P. David Neuhaus SJ, Patriarchalvikar der Kehilla, Dr. Ariela Löwenstein, Präsidentin des Instituts, Dr. Ophir Yarden der ICCI und Dr. Faydra Shapiro, Direktor der CSJCR, würdigten Kardinal Martini als einen Mann, der sich sehr im jüdisch-christlichen Dialog engagiert hatte: in der Hl. Schrift, an den heiligen Stätten, vor allem Jerusalems, und in der gemeinsamen Friedensarbeit durch Gerechtigkeit und Vergebung.

Die „jüdisch-christlichen Beziehungen im Schatten der Shoa“ war das Hauptthema der beiden international renommierten Referenten: Dr. David Meghnagi, ein italienisch-jüdischer Professor für Psychiatrie von der Universität Sapienza III in Rom, sprach über die „Bilder des Juden und des Judentums in der europäischen Kultur nach dem Zweiten Weltkrieg“. Dr. Yaacov Azuelos, ein jüdischer Professor  maghrebinischer Herkunft am Max Stern Yazreel Tal Institut, stellte „Die jüdisch-christliche Polemik in der aramäischen Überlieferung und der hebräischen Interpretation der hebräischen Bibel und seine Bedeutung für die jüdisch-christlichen Beziehungen nach der Shoah“ vor.

Am Vormittag dieses 16. Juni wurde von einer Gruppe Italiener, Juden und Christen der „Kardinal–Martini-Wald“ eröffnet. In Israel gibt es schon eine Reihe von Wäldern, die Persönlichkeiten der Kirche gewidmet sind, wie z.B. der Papst-Johannes-XXIII.-Wald in Nazareth, der Johannes-Paul-II.-Wald an der Golani-Kreuzung und den Benedikt-XVI.-Wald in der Nähe von Tiberias.

Von unserem Korrespondenten in Galiläa.

(Quelle: Lateinisches Patriarchat von Jerusalem, 20/06/2013)