Ein Zeichen des interreligiösen Dialogs

Der französisch-jüdische Schriftsteller Marek Halter und acht Imam bei der Generalaudienz

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 335 klicks

Am vergangenen Mittwoch nahm der französisch-jüdische Schriftsteller Marek Halter gemeinsam mit acht Imam an der Generalaudienz auf dem Petersplatz teil. Ihre Botschaft war, den religiösen Dialog zu bestärken und voranzutreiben. Als Kind war Halter dem Ghetto in Warschau entkommen. Er ist Gründer der Bewegung „SOS Rassismus“, die er 1984 ins Leben rief. Halter war eng mit Johannes Paul II. befreundet.

In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Corriere della sera“ erklärte Marek, es ei ein historischer Moment, indem der Dialog zwischen den Kulturen Angst machte und die Kalaschnikows zu viel Sprachgewalt haben würden.

Er erklärte, er halte es für sehr wichtig, den Dialog zwischen den Religionen voranzutreiben, da die Menschen nicht auf Trennung hin lebten, sondern ihre Unterschiede eine Quelle des Reichtums darstellten. Er und die acht Imame haben entschieden, vor die Kameras zu treten, um nicht den Bildern mit Terroristen und Gewalt das Monopol zu überlassen. Er als Jude begleite seine muslimischen Freunde zum Papst, Oberhaupt der Katholiken, um ein Zeichen zu setzen in Zeiten des Horrors in Pakistan und Kenia.

Zu der Gruppe gehöre ebenfalls der Imam Hassen Chalghoumi der muslimischen Gemeinde von Drancy im Umland von Paris, der aufgrund seiner Unterstützung der Freundschaft zwischen Muslimen, Juden und Christen mit dem Tod bedroht werde und seit Jahren unter Polizeischutz lebe, so Halter. Jedoch würden sie sich nicht einschüchtern lassen; sie seien bereits in Israel gewesen sowie in Gaza und setzten ihren Kampf fort.

Er habe Papst Franziskus einen Brief mit dem Vorschlag überreicht, sich nächstes Jahr gemeinsam mit 50 Kardinälen der Kirchen des Orients, 50 Rabbinern und 50 Imamen in Israel zu treffen, um gemeinsam an der Klagemauer für den Frieden zu beten.

Halter unterstrich die Bedeutung des Dialogs und sagte, es sei unerlässlich, so viel miteinander zu sprechen wie nur irgend möglich. In diesem Zusammenhang erwähnte er die großen Möglichkeiten, die der Sabbat dabei biete, der ein Fest der Gleichheit sei. Jede jüdische Familie lade aus diesem Grund einen Armen oder Bettler ein, denn im Herzen seien alle Menschen gleich.