"Ein Zeichen für gelebte Ökumene"

Stipendienprogramm der Deutschen Bischofskonferenz für orthodoxe und orientalisch-orthodoxe Theologen

Bonn, (DBK PM) | 471 klicks

Mit einem Symposion ist am Freitag die 40-jährige Arbeit des Stipendienprogramms der Deutschen Bischofskonferenz für orthodoxe und orientalisch-orthodoxe Theologen gewürdigt worden. Das bisher am Ostkirchlichen Institut in Regensburg organisierte Stipendienprogramm wird künftig vom Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn verantwortet. Während des Symposions in Paderborn würdigte der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige, das Stipendienprogramm als Zeichen für gelebte Ökumene.

„Das Stipendienprogramm der Deutschen Bischofskonferenz für orthodoxe und orientalisch-orthodoxe Theologen hat eine mehr als 40-jährige Tradition und ist fest im Bewusstsein der orthodoxen Kirchen verankert“, so Bischof Feige. „Mit diesem Stipendienprogramm ermöglicht die Deutsche Bischofskonferenz Theologiestudenten und Geistlichen der orthodoxen Kirchen einen Studienaufenthalt in Deutschland, damit sie hier ihre Deutschkenntnisse erweitern, sich mit Inhalten und Methoden der westlichen Theologie vertraut machen und die katholische Kirche in Deutschland besser kennen und verstehen lernen.“ Der Deutschen Bischofskonferenz sei die Fortführung des Stipendienprogramms ein wichtiges Anliegen. Darin sehe sie auch künftig einen Schwerpunkt ihres ökumenischen Engagements. Mit dem Programm leiste die Bischofskonferenz „einen entscheidenden Beitrag zum Aufbau und zur Weiterentwicklung ökumenischer Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen. Sie schafft über das Stipendienprogramm eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wechselseitige Kontakte geknüpft werden, die vielfach über die Zeit des Studienaufenthaltes in Deutschland hinaus fortbestehen.“ Bischof Feige betonte, dass es mit dem Programm gelinge, die Kenntnis voneinander wachsen zu lassen und eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, die „auf dem Weg zur Wiederherstellung der vollen Einheit zwischen unseren Kirchen nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.“

Während des Symposiums, das den Umzug des Stipendienprogramms von Regensburg nach Paderborn markiert, würdigte Bischof Feige die Prälaten Dr. Albert Rauch und Dr. Nikolaus Wyrwoll für ihre Verdienste um die Ökumene mit den orthodoxen und orientalisch‑orthodoxen Kirchen. Rauch, der das Ostkirchliche Institut in Regensburg seit 1972 leitet, habe das Stipendienprogramm von seinen Anfängen an mit großem Einsatz begleitet. Er wie auch Prälat Wyrwoll, der seit 1976 Mitarbeiter und seit 1990 stellvertretender Leiter des Instituts ist, seien angesehene Gesprächspartner gerade in der Orthodoxie. Im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz zeichnete Bischof Feige die Prälaten mit der Bonifatiusmedaille der Deutschen Bischofskonferenz aus. Sie wird an Personen verliehen, die sich in besonderer Weise überdiözesan um die katholische Kirche verdient gemacht haben. „Wie der Heilige Bonifatius mit seiner Missionstätigkeit  Pionierarbeit geleistet hat, so haben Sie – die Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils aufgreifend – Pionierarbeit im katholisch-orthodoxen Dialog geleistet und dabei selbst bleibende Spuren hinterlassen“, sagte Bischof Feige. Die Bonifatiusmedaille sei so auch Ausdruck des Dankes der Deutschen Bischofskonferenz für das Lebenswerk von Prälat Rauch und Prälat Wyrwoll.