Eindringlicher Appell Benedikts XVI. zur Überwindung von Gewalt und Armut in Afrika

Der Papst fordert internationale Hilfe für Somalia, Darfur und Burundi

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ROM, 28. April 2008 (ZENIT.org).- Nach dem Gebet des „Regina Caeli“ rief Papst Benedikt XVI. gestern, Sonntag, die internationale Gemeinschaft eindringlich dazu auf, sich stärker als bisher für die Krisenherde in Afrika einzusetzen. Die angespannte Lage in Somalia, die Tragödie in Darfur sowie der drohende Ausbruch eines neuen Bürgerkriegs in Burundi standen im Mittelpunkt der Sorge des Papstes.



Der Heilige Vater ermahnte die Christenheit und die Welt, die tragischen Ereignisse auf dem afrikanischen Kontinent und das Schicksal der darin verwickelten Menschen nicht zu vergessen.

In Somalia habe sich insbesondere in der Hauptstadt Mogadischu aufgrund der unerbittlichen bewaffneten Auseinandersetzungen die humanitäre Lage verschlimmert. Schon seit allzu vielen Jahren werde die Bevölkerung von der Last der Brutalität und des Elends erdrückt.

Die südsudanesische Krisenregion Darfur ist nach Worten des Heiligen Vaters der Schauplatz einer „Tragödie ohne Ende“: Hunderttausende von schutzlosen und sich selbst überlassenen Menschen kämpften dort ums nackte Überleben.

In einem Bericht des Vizegeneralsekretär der Vereinten Nationen, John Holmes, der vor kurzem dem UNO-Sicherheitsrat vorgelegt wurde, wird darauf hingewiesen, dass der Bürgerkrieg in Darfur, der seit über fünf Jahren wütet, über 300.000 Todesopfer gefordert habe.  Trotz des verstärkten internationalen Engagements gebe es nach wie vor Truppenbewegungen, Luftangriffe und Gewalt gegen Frauen. Die humanitäre Situation verschlimmere sich, insbesondere die Lage der Flüchtlinge: Mehr als 200.000 Menschen sind bisher ins Ausland geflüchtet, über zwei Millionen Menschen suchen im Landesinneren nach Sicherheit und Frieden.

Papst Benedikt XVI. machte auch auf die gefährlichen Entwicklungen in Burundi aufmerksam: Die Bombenabgriffe der letzten Tage hätten vor allem die Bewohner der Hauptstadt Bujumbura in Mitleidenschaft gezogen und in Schrecken versetzt. Der Sitz der Apostolischen Nuntiatur sei ebenfalls getroffen worden. Angesichts der drohenden Gefahr eines neuen Bürgerkrieges forderte Benedikt XVI. alle beteiligten Seiten auf, unverzüglich den Weg des Dialogs und der Aussöhnung aufzunehmen.

Der Heilige Vater bekundete abschließend sein Vertrauen in die politisch Verantwortlichen auf nationaler wie auf internationaler Ebene: Sie dürften nichts unversucht lassen, um der Gewalt Einhalt zu gebieten und die übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen, um so dem Frieden und der Entwicklung feste Grundlagen zu geben.