Eine Brücke zwischen dem Christentum und dem Islam bauen

Bucherneuerscheinung: "Lexikon des Dialogs"

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 508 klicks

„Eine hervorragende Basis für eine zukunftsorientierte Verständigung von Christen und Muslimen“, bewertet Alois Glück, Präsident des Bayerischen Landtags a. D. und Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, das „Lexikon des Dialog“, das von der Eugen-Biser-Stiftung herausgegeben wird und seit dem 23. September im Herder-Verlag erscheint.

„In dem Lexikon werden grundlegende Begriffe der beiden großen Religionen von wissenschaftlichen Experten beider Glaubensgemeinschaften von neuem herausgearbeitet und vorgelegt. Noch größere Bedeutung kommt jedoch der Tatsache zu, dass die Beiträge des Christentums und des Islams in diesem Werk nebeneinander stehen. Im Grunde sollte diese Perspektive der Nähe im interreligiösen Bereich auch real praktiziert werden,“so Erkan İbiş, Professor für Nuklearmedizin und Rektor der Universität Ankara.

„Ziel des vorliegenden Lexikons ist es, Brücken zwischen den Religionen Christentum und Islam zu bauen. Es handelt sich folglich nicht um eine religionswissenschaftliche Darstellungsweise von Christentum und Islam oder um eine orientalistische Abhandlung der islamischen Schlüsselbegriffe. Christentum und Islam werden theologisch von innen heraus dargestellt, so wie es gläubige Vertreter der jeweiligen Religionen aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz jeweils sehen. … Angesichts unser aller Verantwortung für ein friedliches Miteinander und unseres Bemühens um Frieden und Völkerverständigung in der Welt ist das Wissen um das, was und wie wir jeweils denken und was unser jeweiliges Handeln bestimmt, kein Spezialwissen für einige wenige Gelehrte. Es geht alle an, die sich um konstruktive Zusammenarbeit bemühen“, wie es in der Pressemitteilung der Eugen-Biser-Stiftung heißt, die sich seit zehn Jahren dem interreligiösen Dialog widmet. 

Im Jahr 2005 organisierte die Eugen-Biser-Stiftung mit Islamisch-Theologischen Fakultät der Universität Ankara – Ankara Üniversitesi İlâhiyat Fakültesi – in Ankara und München Symposien zu Grundpositionen des christlichen und islamische Selbstverständnisses. Doch während der Diskussionen zeichnete sich ein schwerwiegendes Problem ab: Die Übersetzer waren nur mit größter Mühe in der Lage, die Inhalte entsprechend wiederzugeben, da die Fachterminologie nicht in Übersetzung vorlag. So entstand gemeinsam mit der Islamisch-Theologischen Fakultät der Universität Ankara das Projekt, diese Lücke zu schließen und ein Referenzwerk zu schaffen. Rund 330 Grundbegriffe aus Islam und Christentum wurden von 24 deutschen und 64 türkischen Wissenschaftlern in dem zweibändigen und ca. 850 Seiten umfassenden Werk erklärt.

Das Lexikon ist bislang in deutscher und türkischer Sprache erhältlich, soll aber in weitere Sprachen übersetzt werden. Ein überschaubarer Rahmen sollte nicht überschritten werden, weshalb man sich auf circa 330 Grundbegriffe beschränkte. Adressaten des Werks sind Repräsentanten von Religionsgemeinschaften, Imame und Religionslehrer, Theologen und Philosophen, Pädagogen, Repräsentanten und Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, Vertreter der Medien, Lehrplangestalter und Bildungsplaner, Lehrende der Erziehungswissenschaften, Studenten und Schüler der Oberstufe sowie alle an der Thematik interessierten Personen, insbesondere Drittstaats-Angehörige.

Eine Leseprobe kann unter diesem Link eingesehen werden