"Eine dringliche Mahnung"

ZdK-Präsident Glück zum Besuch von Papst Franziskus auf Lampedusa

Rom - Bonn, (ZENIT.orgZdK) | 321 klicks

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, zollt Papst Franziskus für seinen heutigen Besuch der italienischen Insel Lampedusa hohen Respekt und Anerkennung. „Ich danke Papst Franziskus sehr für diese zutiefst demütige als auch politische Geste. Indem der Papst die Begegnung mit den Flüchtlingen und Bewohnern auf Lampedusa sucht, führt er konsequent sein Verständnis von Kirche an der Seite derer, die unsere Hilfe benötigen, fort“, so Glück. „Dass der Papst der unzähligen Flüchtlinge, die auf der Flucht nach Europa im Mittelmeer umkommen, gedenkt, ist zugleich eine dringliche Mahnung an die europäische Politik, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um solche Tragödien zu verhindern.“

Die vor Kurzem nach vielen Jahren der Diskussion beschlossene Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems sei ein wichtiger Schritt in Richtung Harmonisierung der Asylstandards in den EU-Mitgliedstaaten, dennoch blieben aus Menschenrechtsperspektive viele offene Fragen und Kritikpunkte. Insbesondere die Regelung der Zuweisung Asylsuchender auf die einzelnen europäischen Länder (sog. "Dublin-Verfahren") bedürfe einer grundlegenden Überarbeitung, so Glück. Europäischer Solidarität mit den Menschen, die in Europa Schutz suchen, müsse selbstverständlich sein, es gehe aber auch um die eine Frage innereuropäischer Solidarität im Sinne eines fairen Lastenausgleichs. 20 Jahre nach Inkrafttreten des neuen deutschen Asylrechts zeige sich immer mehr, dass gemeinsam enorme Anstrengungen unternommen werden müssten, um den Flüchtlingen in ihren individuellen Schicksalen gerecht zu werden. „Die Glaubwürdigkeit der Europäischen Union als Werteunion – ein Anspruch, der gerade von den Kirchen immer wieder formuliert wird – erweist sich auch daran, welche Antworten wir in der Migrations- und Asylpolitik bereit sind zu geben.“