Eine Geschichte über heimliche Missionen, Spione und Spiritiualität

Englisches Kolleg eröffnet Ausstellung: „Non Angli sed Angeli“

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ROM, 2. Dezember 2009 (ZENIT.org).- Es ist eine Geschichte über heimliche Missionen, Spione und Spiritiualität. Das berühmte englische Kolleg in Rom hat eine neue Ausstellung mit dem Namen: „Non Angli sed Angeli“ (angelisunt.it) für das Publikum geöffnet, dass eine Einblick in die dramatische Geschichte der englischen katholischen Priester und Seminaristen bietet, die während der Zeit der blutigen Kirchenspaltung in Rom ausgebildet wurde und auf heimlichen Pilgerwegen nach England zurück kehrten.

Bis Juli 2010 bietet sie damit den Besuchern eine außergewöhnliche Möglichkeit, die älteste englische Institution außerhalb Englands zu besuchen und etwas über sie zu lernen.

Pater Andrew Headon, Direktor und Kurator der Ausstellung, erklärte gegenüber H2O-News das einzigartige Ziel dieses Ereignisses:„Ich hatte also die Idee, die Geschichte des Seminars und des Hospizes könnte im Rahmen der Pilgerreisen von England nach Rom und erzählt werden und dann die Mission von Rom zurück nach England erzählt werden.“

„Ich wollte eine Geschichte über die älteste Englische Institution außerhalb Englands erzählen. Sie wurde 1362 als ein Hospiz für Pilger, die aus England kamen, gegründet, ein königliches Hospiz. Dann wurde es 1579 zum Seminar für die Priesterausbildung, zu einer Zeit, in der es illegal war katholischer Priester in England zu sein, um hier Priester auszubilden, die dann nach England zurückgeschickt wurden. Wenn sie in England dabei erwischt wurden, dass sie die Sakramente feierten, wurden sie gemartert.“

Der Name der Ausstellung, „Non Angli sed Angeli“ (nicht Angelsachsen sondern Engel) stammt von dem berühmten Ausspruch Gregors des Großen, als er zum ersten Mal um das Jahr 573 die angelsächsischen Sklaven in Rom sah. Diese Erfahrung wird ihn später dazu bringen, den hl. Augustinus nach England zu schicken, um es zum Christentum zu bekehren.

Ein Teil der Ausstellung beinhaltet eine dreidimensionalen Nachbildung der Märtyrerbilder von Durante Alberti und stellt damit das Martyrium der Katholiken, die während der Von Heinrich VIII. angezettelten Abspaltung starben, unter ihnen auch 44 Seminaristen des Kollegs, in den Mittelpunkt. Weil ihm das Eheverständnis der katholischen Kirche dabei hinderlich war, sich von seiner Frau zu trennen und seine Geliebte zu heiraten, zettelte der englische Throninhaber die Abspaltung seines Landes vom römisch-katholischen Glauben an und gründete mit Unterstützung einiger Gefolgsleute die anglikanische Kirche.

"Es gibt ein Bild, das nur zwei Jahre nach dem Martyrium des ersten Studenten Ralph Sherwin im Jahre 1583 gemalt wurde. Das Bild zeigt die Dreifaltigkeit und zwei englische Märtyrer, Thomas von Canterbury und König Edmund, den Saxenkönig. Die zwei Märtyrer heißen die Studenten in dem Bild willkommen und durch das flaminianische Tor hindurch zurück nach England und/oder ins Paradies.“

Das Altarbild stammt ursprünglich aus der Kollegskirche der Heiligsten Dreifaltigkeit und des heiligen Thomas von Canterbury (1180-1170), besser bekannt als Thomas Becket, dem englischen Lordkanzler und Erzbischof von Canterbury, welche nach zwei Jahren Restauration nun wieder der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Die Anamorphose und das Original zu sehen, das England Mary Tudors zu erleben und sich auf den Pilgerweg auf der Via Francigenia zu begeben, der Rom mit England verbindet, all dies erlaubt mit allem Komfort der ewigen Stadt der Besuch der Ausstellung "Non Angli sed Angeli", die bis Juli 2010 im berühmten englischen Kolleg im historischen Stadtkern Roms geöffnet ist.