Eine Unterschrift fürs Leben

Interview mit Carlo Casini über die Initiative One of Us zur Anerkennung des Rechts auf Leben ungeborener Kinder

Rom, (ZENIT.org) Antonio Gaspari | 1052 klicks

„One of Us“, „Einer von uns“. So heißt eine Initiative europäischer Bürger zum Schutz des ungeborenen Lebens, die in diesem neuen Jahr startet (www.oneofus.eu). Nachdem die Genehmigung zur Online-Unterschriftensammlung erteilt wurde, haben Pfarreien, Lebensrechtorganisationen und Vereine begonnen, ihre Mitglieder und alle Bürger zur Unterschrift aufzurufen – eine Unterschrift fürs Leben.

Wie der Vertrag von Lissabon vorsieht, müssen die Initiatoren der demokratischen Bürgerinitiative „One of Us“ mindestens eine Million Unterschriften in nicht weniger als sieben EU-Mitgliedstaaten sammeln, damit die EU-Kommission einen Gesetzentwurf ausarbeiten kann, der dem Gesuch der Bürger entgegenkommt.

Das besondere an der Initiative „One of Us“ ist, dass sie die Anerkennung des Rechts auf Leben für ungeborene Kinder ab dem Augenblick ihrer Empfängnis fordert.

Carlo Casini, Vorsitzender des Ausschusses für konstitutionelle Fragen des Europaparlaments, sowie Präsident der italienischen Lebensrechtbewegung „Movimento per la Vita“ (MpV), erklärte in einem Interview für ZENIT, dass die Initiative „One of Us“ in erster Linie darauf abziele zu verhindern, dass auch in Zukunft, wie es leider bisher der Fall sei, EU-Gelder in Programme flössen, die menschliches Leben vernichteten.

Casini fordert unter anderem die Einstellung von Zahlungen aus EU-Geldern für Organisationen, die Abtreibungen in Entwicklungsländern – und nicht nur dort – unterstützen oder praktizieren.

„Leider“, so Casini, „finanziert Europa heute wissenschaftliche Forschungsprojekte, bei denen menschliche Embryonen manipuliert und vernichtet werden. Die EU finanziert auch internationale Organisationen, die sich für Abtreibung einsetzen und den willentlichen Schwangerschaftsabbruch als Lösung mancher gesundheitlicher Probleme von Frauen ansehen.“

Weiter sagte der Präsident des MpV: „Ich glaube, dass die Anerkennung des Rechts auf Leben vom Augenblick der Empfängnis an ein erster Schritt wäre, um die europäische Politik in Richtung einer größeren Aufmerksamkeit gegenüber den Problemen des entstehenden Lebens zu orientieren.“

Auf die Frage, warum ein europäischer Durchschnittsbürger Interesse haben sollte, die Petition „One of Us“ zu unterschreiben, antwortete Casini, es sei dringend notwendig, den Massenmord an ungeborenen Kindern zu beenden. Jedes Jahr würde einer Million und zweihunderttausend Kindern das Recht genommen, auf die Welt zu kommen. Auch sei diese Initiative für Europa eine Gelegenheit, wieder zum Kontinent der Menschenrechte zu werden, allen voran des Rechts auf Leben.

Der Präsident der MpV glaubt, dieses Mobilisieren der europäischen Bürger für die Anerkennung des elementarsten aller Rechte zeige jetzt schon seine ersten Früchte, denn es trage dazu bei, die verschiedenen Lebensrechtbewegungen Europas zu koordinieren.

Casini betonte, die Debatte, die durch die Initiative „One of Us“ ins Leben gerufen worden sei, fördere ein kulturelles und gesellschaftliches Wachstum in Europa und in der ganzen Welt. „Es geht um die Anerkennung der Würde jedes menschlichen Wesens“, so Casini.

Zum Abschluss des Interviews erklärte der Präsident der MpV: „Wenn Europa das Recht auf Leben für ungeborene Kinder ab dem Zeitpunkt ihrer Empfängnis anerkennt und sich dazu verpflichtet, keine schulischen, kulturellen und ärztlichen Projekte mehr zu finanzieren, die Abtreibung als positiven Wert präsentieren, dann würde unser Kontinent damit der ganzen Welt ein wichtiges Zeichen geben.“

Um die Initiative “One of Us” zu unterschreiben, gehen Sie bitte hier.