Einer von 14 Nothelfern: Der heilige Pantaleon wird am 27. Juli gefeiert

Der Festtag des Patrons von Köln

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Von Armin Schwibach

ROM, 27. Juli 2010 (ZENIT.org).- Der 27. Juli ist der liturgische Gedenktag des heiligen Pantaleon. Der Heilige gehört zu den 14 Nothelfern. Bei diesen handelt es sich um heilige Christen aus dem 2. bis 4. Jahrhundert, die in allen leiblichen und seelischen Nöten als Fürsprecher bei Gott angerufen werden. Zu den Nothelfern zählt immer auch die Mutter Gottes als Königin der Märtyrer und „auxilium Christianorum".

Die Verehrung dieser besonderen Gruppe von Heiligen geht auf das Spätmittelalter zurück und kann in den Bistümern Regensburg, Würzburg und Bamberg festgestellt werden. Von dort aus verbreitete sich die Tradition über den gesamten deutschen Sprachraum.

Die Verehrung der Nothelfer ist auch in Italien, Schweden und Ungarn präsent. Über 800 Kirchen wurden den „Vierzehnheiligen" geweiht. Zu den bekanntesten Kirchen gehört die barocke Wallfahrtskirche „Vierzehnheiligen" bei Lichtenfels, ein Meisterwerk Balthasar Neumanns, wo 1445/46 Erscheinungen der vierzehn Nothelfer und des Jesuskindes stattfanden.

Der heilige Pantaleon wurde Mitte des 3. Jahrhunderts in Nikomedia geboren und fand den Märtyrertod am 27. Juli 305. Er war der Sohn eines heidnischen Vaters und einer christlichen Mutter. Bereits als Kind erkannte Pantaleon seine Befähigung zur Heilkunst. Er wurde als Arzt ausgebildet und von einem Priester namens Hermolaus bekehrt und getauft. Der Tradition nach bekehrte sich auch sein Vater zum Christentum, nachdem er gesehen hatte, wie sein Sohn einen Blinden durch die Anrufung Jesu Christi heilte.

Aufgrund seiner Begabung wählte ihn Kaiser Maximian (ca. 240-310) als Leibarzt. Da Pantaleon versuchte, die Frau des römischen Kaisers zum Christentum zu bekehren, wurde er verhaftet, angeklagt und gefoltert. Die Folterqualen konnten den Eifer und die Treue des Heiligen nicht brechen. Der Kaiser soll aufgrund dieser Vorfälle abgedankt haben.

Schließlich spaltete ein Schwertschlag, der ihn enthaupten sollte, dem an einen Ölbaum gebundenen Pantaleon das Haupt. Aus seiner Wunde sei nach der Legende danach kein Blut, sondern Milch geflossen. Dass ihm dabei die Hände mit einem Nagel auf dem Kopf festgehalten wurden, begegnet in Darstellungen vom 15. Jahrhundert an.

Bereits im 4. Jahrhundert setzte die Verehrung des heiligen Märtyrers ein. Die Ostkirche verehrt ihn als „Großmärtyrer". Die erste Kirche zu seinen Ehren wurde von Kaiser Justinian 550 in Konstantinopel errichtet. Der Überlieferung nach gelangte sein Kopf um das Jahr 800 nach Lyon. Seit 972 werden Reliquien des heiligen Pantaleon in Köln in der von Bischof Bruno errichten Kirche St. Pantaleon verehrt. Ampullen mit der „Pantaleon-Milch" werden u. a. in Bari, Neapel, Venedig und Madrid aufbewahrt.

Der heilige Patron der Ärzte, Ammen und Hebammen wird mit den Symbolen der Nägel, einer Salbenbüchse und Heilpflanzen dargestellt.