Einfach zuhören, was der Papst sagt

Pressebriefing am Vortag der Ankunft von Papst Benedikt XVI. in Deutschland

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BONN, 21. September 2011 (ZENIT.org). - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, hat am Vortag des Deutschlandbesuchs von Benedikt XVI. am Mittwoch in Berlin dazu eingeladen, „zu hören, was der Papst sagt, und dann selbst seine Meinung zu sagen“. Benedikt XVI. sei ein „Mann des Dialogs“. Er werde vor dem Parlament „als Landsmann, als Vertreter der Religion, aber auch ein Stück als Sprecher der Christenheit“ reden.

Insgesamt werde Benedikt XVI. in den nächsten vier Tagen 17 Ansprachen halten und dabei sicherlich wichtige Impulse geben, nicht nur für Deutschland, sagte Zollitsch. Der Papst „möchte uns helfen, über den Tag hinaus zu schauen“. Eine zentrale Frage, die ihn beschäftige, sei die nach Gott und den Werten, von denen Europa lebe.

Als ein „besonderes Ereignis“ stellte der Erzbischof die ökumenische Begegnung am Freitag in Erfurt heraus. Auf Wunsch des Papstes sei eigens mehr Zeit dafür anberaumt worden. Benedikt XVI. werde im Augustinerkloster, wo Martin Luther seine „katholische Zeit“ verbracht habe, die katholische Sicht auf den Reformator erläutern. Dieser habe keine Spaltung, sondern eine Reform der Kirche gewollt. Die Rede des Papstes sei auch mit Blick auf das Reformationsgedenkjahr 2017 von Bedeutung.

Zollitsch sagte, er könne sich vorstellen, dass der Papst die katholischen und evangelischen Christen in Deutschland mit der Klärung bestimmter theologischer Fragen beauftragen werde. Zum ökumenischen Streben nach Einheit gebe es keine Alternative. Allerdings sei auch viel Geduld erforderlich, die seit 500 Jahren getrennten Christen wieder zusammenzuführen.